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    Super Bowl Spots zu kommenden Kinofilmen

    Ausblicke, Trailer | 8. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Super Bowl Spot u.a. zu "Alice in Wonderland"

    In der Nacht auf heute fand in Miami das grösste jährliche Sportereignis der USA statt: der Super Bowl. Weil das Finale in der American Football Saison jedes Jahr fast 100 Millionen Zuschauer vor die Fernseher lockt, sind die teuren Werbeflächen und -blöcke von grossen Firmen heiss begehrt – darunter auch Filmstudios.

    Hollywood nimmt so den Super Bowl jedes Jahr als Anlass, kurze Trailer mit neuem Filmmaterial aus kommenden Blockbustern im Fernsehen zu debütieren. Diese 30-sekündigen Clips (”Super Bowl TV Spots”) gibt es dann umgehend auch online zu sehen. Hier eine Sammlung (via First Showing und Youtube):

    “Alice in Wonderland” von Tim Burton:

    “Prince of Persia” von Mike Newell:

    “Robin Hood” von Ridley Scott:

    “The Last Airbender” von M. Night Shyamalan:

    “Shutter Island” von Martin Scorsese:


    Saoirse Ronan spielt Killerin in Joe Wrights “Hanna”

    Ausblicke | 8. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Saoirse Ronan

    Nachdem “The Soloist”, der dritte Dramafilm von “Pride & Prejudice”- und “Atonement”-Regisseur Joe Wright, hierzulande gar nie im Kino lief (und im Gegensatz zu den ersten beiden Werken nur mässige Kritiken erhielt), wechselt der britische Regisseur für seine nächste Arbeit “Hanna” ins Actiongenre.

    Der Film handelt von einem 14-jährigen Mädchen aus Osteuropa, das ihr bisheriges Leben damit verbracht hat, von ihrem Vater zur kaltblütigen Killerin ausgebildet zu werden. Ihr erster Auftrag ist es, einen hochrangigen Regierungsbeamten mit einer schattigen Vergangenheit umzubringen.

    Das liest sich so, als ob sich Fans von Luc Bessons “Léon” (1994), die immernoch auf ein Sequel mit Natalie Portman als erwachsene Killerin warten (”Mathilda”?), mit Wrights “Hanna” vertrösten können. /Film beschreibt das Projekt als Mischung aus “La Femme Nikita” und “The Bourne Identity”.

    Die 14-jährige Killerin in “Hanna” spielt laut Variety Jungstar Saoirse Ronan, die bereits in Joe Wrights “Atonement” überzeugt hat und für ihre Darbietung in Peter Jacksons “The Lovely Bones” mit nochmal so viel Lob überschüttet wurde. In der Rolle des Vaters wird Eric Bana (”Munich”, “Star Trek”) zu sehen sein.

    Ursprünglich wurde Danny Boyle (”Slumdog Millionaire”) mit diesem Projekt in Verbindung gebracht, während Wright mit Cate Blanchett “Indian Summer” drehen wollte. Boyle widmete sich stattdessen “127 Hours”, während sich “Indian Summer” nicht finanzieren liess. Die Dreharbeiten zu “Hanna” beginnen nächsten Monat in Deutschland.


    So hätte ein “Spider-Man”-Film von Wes Anderson ausgesehen

    Sonstiges | 8. Februar 2010 von Lory Roebuck

    So hätte ein "Spider-Man" Film von Wes Anderson aussehen können

    Seit rund zwei Wochen wissen wir, dass “(500) Days of Summer”-Regisseur Marc Webb einen neuen “Spider-Man”-Film inszenieren wird, nachdem Sam Raimi das Franchise verlassen hat. Webb war zwar Sonys Wunschkandidat gewesen, das Studio hatte für den leergewordenen Regiestuhl aber auch andere Är… Namen im Visier.

    Neben offensichtlichen Filmemachern wie James Cameron oder David Fincher wurde auch Kino-Auteur Wes Anderson mit der “Spider-Man” Neulancierung in Verbindung gebracht. Auf Youtube findet sich nun ein gelungener Fantrailer, der erahnen lässt, wie ein Spinnenfilm des “The Royal Tenenbaums”-Regisseurs hätte aussehen können:

    Wes Anderson hat natürlich auch weitere grossartige Filme wie “Rushmore” (1998) oder “The Life Aquatic with Steve Zissou” (2004) gedreht; die Figuren im obigen Clip sind aber eindeutig an die Charaktere und Schauspieler aus der schrägen Familie an stillgestandenen Wunderkindern in “The Royal Tenenbaums” (2001) angelehnt.

    Andersons neustes Werk ist übrigens der Stop-Motion-Film “The Fantastic Mr. Fox”, der aktuell für den Oscar als bester animinierter Spielfilm nominiert ist. Die Verfilmung von Roald Dahls gleichnamigem Kinderbuch hat für die Schweiz noch keinen festen Starttermin, dürfte aber noch dieses Jahr in unseren Kinos zu sehen sein.


    Rezension: “Up In The Air” von Jason Reitman

    Neu im Kino, Rezensionen | 4. Februar 2010 von Lory Roebuck

    “Juno”-Regisseur Jason Reitman gelingt mit seinem neuen Werk ein publikumsfreundlicher und dennoch kritischer Film über die Wirtschaftskrise. George Clooney brilliert darin als vielfliegender Downsizer, der Beziehungen als Ballast empfindet.

    Ryan Bingham (George Clooney) fliegt jeden Tag in eine neue Stadt, um in der aktuellen Wirtschaftskrise Leute zu entlassen. Er arbeitet nämlich für eine Firma, die im Auftrag anderer Firmen deren Personalbestand verringert. Bingham fliegt für sein Leben gern, fühlt sich an Flughäfen Zuhause und scheut feste Freundschaften und Beziehungen. An Seminaren erzählt er, warum man Verpflichtungen am Besten meidet. Doch dann lernt Ryan zwei Personen kennen, die sein geordnetes Leben auf den Kopf stellen: Während aus dem Flirt mit der Vielfliegerin Alex (Vera Farmiga) mehr wird, revolutioniert die Uniabsolventin Natalie (Anna Kendrick) Ryans Firma mit einer neuen Entlassungsmethode, die seine Arbeit und die dazugehörige Fliegerei überflüssig macht.

    Sympathische Antihelden
    Jason Reitman ist zwar der Sohn des berühmten Ivan Reitman, der in den Achtzigerjahren Publikumserfolge wie “Ghostbusters” und “Kindergarten Cop” gedreht hat, doch im Schatten seines Vaters steht er schon lange nicht mehr. Man ist eher geneigt zu fragen, woher das filmische Talent von Ivan Reitmans Sprössling entstammt, das die Fertigkeit des Vaters bei weitem übertrifft. Drei Spielfilme hat Jason Reitman bislang gedreht, auf die insgesamt zehn Oscar- und elf Golden Globe-Nominierungen entfallen. Im Zentrum jedes dieser Werke steht ein genüsslicher Antiheld: In “Thank You For Smoking” (2005) war es Aaron Eckhart als Tabaklobbyist Nick Nayler, in “Juno” (2007) Ellen Page als schwangere Teenagerin Juno Macguff, und nun ist es George Clooney als beziehungsausweichender Vielflieger Ryan Bingham in “Up In The Air”, Jason Reitmans bisher gelungenstem Film, der in allen Belangen überzeugt.

    Clooney gibt seine Rolle mit der wohl stärksten Performance in seiner bisherigen Karriere zum Besten, doch Ryan Bingham ist an sich schon eine äusserst interessante Filmfigur. Zunächst einmal jobbt Bingham als Downsizer, der Angestellte in fremden Firmen entlässt, die ihn anheuern, weil sie sich feige vor dieser unrühmlichen Aufgabe scheuen. Reitman trifft hier den Geist der aktuellen Wirtschaftskrise, lud kürzlich gefeuerte Personen aus dem echten Alltag dazu ein, ihre Freistellungen vor der Kamera zu rekreieren. Bingham entlässt unzählige Leute pro Tag, professionell und gewappnet gegen jede erdenkliche Reaktion ihrerseits. Er weiss gar nicht, weshalb sein jeweiliger “Klient” überhaupt entlassen wird – und trotzdem muss er sein Gegenüber davon überzeugen, dass die Zukunft auch neue Chancen beherbergt. Es ist ein dreckiger Job, den Bingham aber würdevoll auszuführen weiss.

    Über den Wolken…
    Dass diese Figur dem Zuschauer nicht unsympathisch erscheint, liegt nicht nur daran, dass sie Clooneys Gesicht trägt. Vielmehr wird Ryan Bingham über seinen Beruf hinaus als beziehungsscheuer Dauerreisender charakterisiert, der feste Freundschaften und die Familie als Ballast empfindet. An Seminaren spricht er von einem Rucksack voller Verpflichtungen, die jeder auf seinem Rücken trägt und die jeden runterwiegt. Dieses Gepäck gilt es seiner Ansicht nach abzulegen, will man wirklich frei sein, denn der Mensch ist ein Einzelkämpfer. Über den Wolken empfindet der Vielflieger die Freiheit in dieser Hinsicht tatsächlich als grenzenlos; während seine Wohnung karg eingerichtet nur als Bleibe für die paar Tage im Jahr, an denen er nicht fliegen muss/darf, herhält, fühlt sich Bingham im fremden Menschenmeer in Flughafenterminals Zuhause.

    Die präzise Etablierung dieser Filmfigur hat zwei Funktionen: Einerseits reisst sie in ihrer Originalität den Zuschauer sofort mit, andererseits lässt sie sich wunderschön gegen eine filmische Wand knallen. Denn nach der punktgenauen Exposition wird diesem einzigartigen Charakter zynisch der Boden unter den Füssen weggezogen. Ryan Bingham erfährt zwei existenzielle Bedrohungen in Form von zwei Frauen, die in sein Leben treten. Die moderne Uniabsolventin Natalie Keener radikalisiert die Firmenstrategie mit einem Entlassungssystem über das Internet; für Bingham bedeutet das ein Grounding. Gleichzeitig begegnet er in Vielfliegerin Alex Goran einer Seelenverwandten: “Think of me as you, but with a vagina”. Herrlich, wie sich Ryan und Alex in der Flughafenlounge mit dem Austausch ihrer Memberkarten gegenseitig antörnen, oder wie Ryans Ziel, 10 Millionen Flugmeilen zu erreichen, als Phallussymbol einsteht.

    Überzeugendes Ganzes
    Alex und Natalie sind zwei Figuren, die in der Romanvorlage (“Up In The Air” basiert auf dem gleichnamigen Buch von Walter Kirn) gar nicht vorkommen, dem grandiosen Script aber die nötige filmische Dimension verleihen. Vera Farmiga und Anna Kendrick sind in ihren Rollen nicht minder überzeugend als Clooney, alle drei zurecht für Darstelleroscars nominiert. Im Film nimmt Bingham Natalie mit auf seine Reisen, um sich ironischerweise für die menschliche Dimension ihrer Arbeit stark zu machen. Diese Haltung, aus beruflicher Not eingenommen, schafft die Basis dafür, dass Bingham in seiner wachsenden Beziehung zu Alex langsam den Wert von Gemeinschaft und Partnerschaft kennenlernt. Eine absehbare Reise, aber von Reitman und Ko-Autor Sheldon Turner unglaublich gut geschrieben: So gelangt Bingham schrittweise zur Einsicht, dass “sein” Rucksack nicht nur ein Gegenstand sein muss, der einen runterwiegt, sondern auch ein Behälter von Dingen sein kann, die man mit sich mitnehmen will.

    “Up In The Air” ist ein exzellenter Film, weil sein smartes Drehbuch auch in filmtechnischer Hinsicht grossartig umgesetzt wurde. Hervorragend ist beispielsweise die Schnittarbeit von Cutterin Dana E. Glauberman, die mit rapiden seriellen Cuts, die an Werbespots erinnern, eine filmische Entsprechung zur sauberen und gleichzeitig doch so zerstückelten Lebensweise von Ryan Bingham findet. Und wie es sich für einen Film von Jason Reitman gehört, werden seine Bilder mit jeweils gut ausgewählten Musikstücken passend untermalt (die aber nicht mehr ganz so schwungvoll wie die Songs in “Juno” daherkommen). Jason Reitman setzt sich mit seinem Filmstoff unterhaltend und publikumsfreundlich auseinander, ohne dabei an gedanklicher Qualität einzubüssen. So gelingt ihm mit “Up In The Air” ein sympathischer Film, der bis und mit der letzten Einstellung und Dialogzeile auch immer erfrischend zynisch ist.

    Infos:
    “Up In The Air”, USA 2009, 105 Min., R: Jason Reitman, D: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J.K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, V: Universal Pictures International (Schweiz).

    Im Kino ab: 04.02.2010


    Fünf Leidtragende der Oscarverleihung 2010

    Aktuelle Themen, Filmauszeichnungen | 4. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Die Academy hat bei ihren Nominierungen für den Oscar 2010 nicht alle berücksichtigt, die es verdient hätten

    Jeder Filmschauer hat seine eigenen Präfenrenzen, welche Filme, Schauspieler und Filmtechniker mit einem Oscar belohnt gehören. Mit den tatsächlichen Wahlen der amerikanischen Filmakademie decken sich diese nur selten. Ich hätte beispielsweise gerne Nominierungen für Filme wie “Antichrist” und “Moon” gesehen.

    Dass diese beiden Werke nicht berücksichtigt werden, war schon im Voraus klar. Die Oscars sind zwar umstritten, aber absehbar. Für gute Prognosen muss man bloss die Selektionen der diversen Filmgilden und Kritikerverbänden verfolgen. Kritiker beeinflussen das Wahlverhalten der Stimmberechtigten, die ihrerseits auch in den Gilden sitzen.

    Die wahren Leidtragenden der jährlichen Oscarverleihung sind also jene Filmschaffende, die sich dank Kritikerlob und/oder Berücksichtigung von den Gilden Chancen auf eine Oscarnominierung ausrechnen durften, nur um dann hinterher vergeblich ihre Namen auf der Nominationsliste der Academy zu suchen.

    Zu ihnen gehören dieses Jahr u.a. die folgenden fünf Personen:

    Melanie Laurent in “Inglourious Basterds”

    Melanie Laurent in "Inglourious Basterds"

    Oscarsnub als beste Nebendarstellerin:
    Sie stiehlt in Quentin Tarantinos jüdischer Rachefantasie SS-Offizier Hans Landa zwar nicht die Schau (und Christoph Waltz hat für diese Rolle zurecht den Oscar als bester Nebendarsteller schon in der Tasche), ist mit ihrer Bravour aber der ebenbürtige Kontrapunkt zum teuflischen Judenfänger. Kaum jemand kannte vor “Inglourious Basterds” ihren Namen, umso höher ist ihr anzurechnen, dass sie aus diesem stargespickten Cast herausragt. Die Neuentdeckung des Jahres verkörperte eine ikonische Rolle: Shoshannas Gesicht auf der Kinoleinwand, ihre Revenge of the Giant Face, wird noch einige zukünftige Filmmontagen zieren.

    Michael Stuhlbarg in “A Serious Man”

    Michael Stuhlbarg in "A Serious Man"

    Oscarsnub als bester Hauptdarsteller:
    Noch ein No-Name, der trotz grossartiger Darbietung von der Academy übergangen wurde. “A Serious Man” ist in der Oscarhauptkategorie als bester Spielfilm nominiert, Stuhlbarg brilliert in der Hauptrolle des Films der Gebrüder Coen und wird für einen Golden Globe nominiert, doch bei den Oscars scheitert er daran, dass er immernoch eine unbekannte Grösse ist. Schade, denn er spielt den verlorenen Mann der Coens, der Antworten sucht und keine erhält, auf den Punkt genau perfekt: sympathisch und mitleiderregend. Immerhin ist Stuhlberg jetzt auf dem Radar; noch so eine Leistung bringt ihm garantiert eine Oscarnominierung ein.

    S. Neustadter und M.H. Weber für “(500) Days of Summer”

    "(500) Days of Summer"

    Oscarsnub für das beste Originaldrehbuch:
    Gleich zu Beginn des Films heisst es: “This is a story of boy meets girl. But you should know upfront: this is not a love story.” Eine Beziehungskomödie, ja, aber alles andere als eine typische Rom-Com. Marc Webb inszeniert seinen Film temporeich und charmant, aber “(500) Days of Summer” würde ohne das originelle Drehbuch vom Autorenduo Scott Neustadter und Michael H. Weber als Grundlage keinen annähernd so tollen Film abgeben. Äusserst dynamisch (und gespickt mit popkulturellen Referenzen) springen sie in dieser 500-tägigen Beziehung umher und eröffnen einen glaubwürdigen Blick auf die Berührungs- und Abstosspunkte dieses Paares, das eine so grundverschiedene Auffassung von Beziehungen hat. Leider hat das nur die Autorengilde (WGA) gewürdigt.

    Greig Fraser für “Bright Star”

    "Bright Star", fotografiert von Kameramann Greig Fraser

    Oscarsnub für die beste Kamera:
    Die berührende Liebesgeschichte zwischen Fanny Browne und dem englischen Romantikdichter John Keats erzählt Jane Campion in “Bright Star” mit einer Anmut, die Keats’ Poetik würdig ist. Ebenso eindrücklich ist aber, wie Kameramann Greig Fraser die lyrische Schönheit in grandiosen Bilder festhält, die die Sinnlichkeit der Dichtungen sichtbar und greifbar machen. In desaturierten Landschaften kommt dank Frasers Blick eine einzigartige Farbenpracht zum Vorschein, die trotz Campions realitätsnaher Auseinandersetzung mit dieser Epoche den Geist der Romantik einfängt. Diesen Augenschmaus würdigte die Academy leider nur (bzw. immerhin) mit einer Nominierung der Kostümdesignerin Janet Patterson.

    Dana E. Glauberman für “Up In The Air”

    Oscarsnub für den besten Schnitt:
    Schnell, aber kompakt; furios, aber elegant. Eine Kostprobe eine der genialen Schnitttechniken von Cutterin Dana E. Glauberman in “Up In The Air” liefert obige Filmszene. Die rapiden Serialcuts versinnbildlichen die saubere und gleichzeitig doch zerstückelte Lebensweise des professionellen Vielfliegers Ryan Bingham (George Clooney), der sich in Flughäfen Zuhause fühlt, also an den Übergangsschwellen und Zwischenräumen der üblichen menschlichen Existenz. Für diese einzigartige Filmfigur und dessen sympathisch-abstossende Philosophie hat Glauberman die richtige filmtechnische Entsprechung gefunden. Dafür hätte sie nicht nur eine Nominierung verdient, sondern gleich die Goldstatue.

    Klar könnte man noch weitere Snubs aufzählen – die ungewürdigte Kameraarbeit in Filmen wie “A Single Man” und “Where The Wild Things Are” zum Beispiel, oder die Schauspielleistung von Julianne Moore in “A Single Man”. Für mich waren diese fünf aber die augenfälligsten. Und wen habt ihr vermisst? Kommentare sind erwünscht.

    Die Liste aller Nominierten für die Oscars 2010 findet ihr in diesem Beitrag. Die Verleihung findet in der Nacht vom 7. auf den 8. März statt. Eine oder zwei Wochen zuvor veranstalten wir auf cineast.ch ein Wettbewerb, zu dem ich mir noch einen Preis überlegen muss. Gewinnen tut natürlich diejenige Person mit den meisten richtigen Tipps.


    Auch “Transformers 3″ in 3D?

    Ausblicke | 4. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Sehen wir die Transformers bald in 3D?

    Nach dem katastrophalen Erzeugnis, das “Transformers: Revenge of the Fallen” ergeben hat, möchte eigentlich niemand einen weiteren Film in dieser Serie sehen. Leider kann der Blockbuster von Michael Bay ein Einspielergebnis in der Höhe von 835 Millionen Dollar vorweisen – Grund genug für jedes Studio, einen weiteren Teil anzuhängen.

    “Transformers 3″ ist also beschlossene Sache. Weil das 3D-Kino dank “Avatar” gerade boomt und zusätzliche Mehreinnahmen generiert, möchte Paramount Pictures ihren dritten Roboterkracher auch gleich in 3D realisieren. Ironischerweise tat Regisseur Bay 3D letztes Jahr noch als Gimmick ab, das nicht zu seinem Stil passt:

    “Mein Drehstil ist zu aggressiv für 3D Kameras,” gab Bay an der letztjährigen Showestconvention zu Wort, wo die neue Kinodimension im Zentrum stand.  “Es ist eine zeitaufwändige Sache. Wer weiss, es könnte ein kurzlebiger Trend sein. Ich bin eben Old School. Ich drehe gerne auf Film, ich mag anamorphe Objektive, das ist Old School.”

    Trotzdem finden jetzt laut Variety erste Gespräche zwischen Bay, Paramount und der Effektschmiede ILM statt, mit dem dritten Film in 3D überzugehen. Grosses Problem: Der Kinostarttermin wurde bereits auf Juli 2011 festgesetzt, angesichts des zusätzlichen Produktionsaufwands für 3D könnte ihre Einhaltung sehr knapp werden.

    Ein möglicher Lösungsansatz wäre laut Bericht, den Film nach gewöhnlicher Art zu drehen und erst hinterher in 3D umzuwandeln. Sprich: Bay darf seine Actionszenen so chaotisch wie immer inszenieren, und dank dem 3D-Effekt wird das für den Zuschauer noch unübersichtlicher als sonst. Ich habe jetzt schon Kopfschmerzen.

    Genau wie “Clash of the Titans” und “Harry Potter and the Deathly Hallows” (vgl. Bericht, inzwischen von Warner Bros. bestätigt) wird demnächst also “Transformers 3″ hinterher um eine dritte Bilddimension bereichert. Das ist unehrlich und unkünstlerisch – und deckt sich mit Bays Verständnis von 3D als Gimmick vollkommen.


    Ohne Superkräfte, keine Verantwortung: Neuer Trailer zu “Kick-Ass” von Matthew Vaughn

    Ausblicke, Trailer | 3. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Szenenbild aus "Kick-Ass" von Matthew Vaughn

    “Being a superhero is bad for your health.”

    Haben wir nicht alle langsam genug von neuen Superheldenfilmen? “Kick-Ass” hat trotzdem mein Interesse geweckt, weil dieser Film scheinbar das Genre von einer ganz anderen (und potentiell wirklich lustigen) Seite angeht. “With no power comes no responsibility” heisst es in diesem neuen Trailer in Umkehrung des berühmten Mantras aus “Spider-Man”:

    “Kick-Ass” handelt vom durchschnittlichen Teenager Dave Lizewski (gespielt von Aaron Johnson), einem Comicfanatiker, der seine Obsession als Anlass dazu nimmt, selber ein Superhelden zu werden. Er gibt sich den Namen Kick-Ass, bastelt Maske und Anzug und macht sich auf die Jagd nach Verbrecher. Nur: Kick-Ass hat keine Superkräfte.

    Sein Leben wird schlagartig auf den Kopf gestellt, als er eine Subkultur an Nachäffern inspiriert, von verschiedenen gewaltätigen Personen gejagt wird und schliesslich mit einem Paar durchgeknallter Vigilanten die Wege kreuzt: die 11-jährige Schwertkämpferin Hit Girl (Cloë Moretz) und ihr Vater Big Daddy (Nicolas Cage).

    “Kick-Ass” ist eine Verfilmung des gleichnamigen profanen und selbstironischen Comicbuchs von Mark Millar, inszeniert von “Stardust”- und “Layer Cake”-Regisseur Matthew Vaughn. Universal bringt den Film am 15. April 2010 in die Deutschschweizer Kinos.


    Rezension: “Same Same But Different” von Buck

    Neu im Kino, Rezensionen | 3. Februar 2010 von Nicky Schaefer

    Detlev Buck ist zwar stilistisch auch in seinem neuen Film über die Liebesgeschichte zwischen einem Deutschen und einer Kambodschanerin fulminant, sein Film krankt aber wie der Vorgänger “Knallhart” an Klischees und Gemeinplätzen.

    Ben (David Kross) ist verliebt. In den Ferien in Kambodscha, während die anderen nur Alkohol und Sex im Kopf haben, hat der junge Deutsche mehr als nur ein Auge auf die junge Prostituierte Srekyeo (Apinya Sakuljaroensuk) geworfen. Aber kann er sich diese Liebe überhaupt leisten? Gut, dass sein Bruder bei der Zeitschrift, bei der er ein Praktikum absolviert, arbeitet. So verschafft er ihm den Auftrag, einen Artikel über Hotels in Kambodscha zu schreiben – am Schluss muss sich aber Ben doch zwischen Beruf und Liebe entscheiden.

    Pseudoprobleme
    Anders etwa als in “Bright Star” ist aber die Liebe von Ben und Srekyeo nicht zum Scheitern verurteilt – Ben mag zwar noch jung sein und im Berufsleben noch nicht etabliert, aber irgendwie schafft er es doch immer, genug Geld für Srekyeo bzw. einen Trip nach Kambodscha aufzutreiben. Wenn also jemand im Film Probleme hat, dann die Menschen in Thailand, aber sicher nicht Ben. Der Film nach einem Drehbuch von Ruth Thoma (”Emmas Glück”) basiert auf einem autobiografischen Bericht. Aber mit dem Alltag der meisten Menschen hat “Same Same But Different” nur sehr wenig zu tun.

    Exotische Kulissen
    Wie schon in Bucks fulminantem vorletzten Streifen “Knallhart” scheint dieser die exotischen Kulissen nur um ihrer selbst willen zu verwenden. Zwar haben sich auch linke Politiker für “Knallhart” starkgemacht, da der Film seine Augen nicht vor den realen Problemen der ghettoisierten Menschen verschliesse. Aber in Wirklichkeit macht Buck zwar tolle, gut gemachte Filme, aber daraus ein soziales Engagement herauslesen zu wollen, ist wohl doch eher eine Art wishful thinking.

    Harmlos
    Was nicht heissen soll, dass Buck unethische, schlechte Filme macht. Ganz im Gegenteil: Seine Filme werfen durchaus auch Fragen auf, sind aber doch in erster Linie gute Unterhaltung. Was sonst sollte man denn auch erwarten vom Regisseur von “Männerpension” und “Hände weg von Mississippi”? Was bleibt, ist also gut gemachtes Kino, das durchaus immer wieder packt – aber sicher ist “Same Same But Different” kein grosser Wurf; verglichen mit dem Gangsterfilm “Knallhart” wirkt Bucks neuer Film sogar ziemlich harmlos. Eine wahre Geschichte mag das ja sein, aber so what?

    Infos:
    “Same Same But Different”
    , Deutschland 2009, 109 Min., R: Detlef Buck, D: Apinya Sakuljaroensuk, David Kross, Jens Harzer, Stefan Konarske, Marie Jung, V: Filmcoopi Zürich.

    Im Kino ab: 04.02.2010


    “Sherlock Holmes” verweist “Avatar” auf Platz 2

    Zuschauerzahlen | 3. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Guy Ritchies "Sherlock Holmes" hat in Woche 5 mehr Zuschauer als "Avatar" ins Kino gelockt

    Erstmals seit seiner Veröffentlichung ist James Camerons “Avatar” in der Deutschschweiz nicht mehr der Spitzenreiter in der Liste der meistbesuchtesten Kinofilme der Woche. Obwohl seine Anzahl verbuchter Eintritte gegenüber der Vorwoche nur um 4% auf immernoch beachtliche 38′118 zurückgegangen ist, konnte der neu gestartete Actionfilm “Sherlock Holmes” mit 42′895 Besuchern noch ein klein wenig mehr Leute ins Kino locken als “Avatar”.

    Das sollte nicht überraschen; “Avatar” läuft inzwischen seit sieben Wochen im Kino und hält sich nach wie vor sehr gut. Mit “Sherlock Holmes” ist nun aber der erste Film im neuen Jahr angelaufen, der ein ähnliches Publikum anspricht. Wahrscheinlich wird der Zuschauerrückgang bei “Sherlock Holmes” aber grösser sein als bei “Avatar”, womit Camerons 3D-Spektakel in der Rangliste bald wieder über Guy Ritchies Actionkrimi klettern könnte.

    Auf Platz 3 im Weekendranking konnte Nancy Meyers Komödie “It’s Complicated” mit 21′748 Besuchern gerade noch knapp halb so viele Eintritte verzeichnen wie das Spitzenduo jeweils einzeln. Neben “Sherlock Holmes” konnte sich mit dem Animationsfilm “Cloudy with a Chance of Meatballs” noch ein weiterer Neustart in der Top Ten etablieren (6678 Zuschauer, Platz 7). Insgesamt stiegen die Besucherzahlen gegenüber der Vorwoche um 13% auf 145′139.

    Nachdem “Avatar” in der weltweiten Betrachtung Mitte letzter Woche den Box Office Rekord von “Titanic” (Einspielergebnis: $1,843 Mrd.) gebrochen hatte, konnte er inzwischen als erster Film überhaupt die Marke von zwei Milliarden Dollar überqueren. Momentan steht Camerons neuer Film bei einem weltweiten Box Office von $2,045 Mrd. – und diese Zahl wird vor dem Ende noch um einiges zunehmen, momentan ist keine Grenze in Sicht.

    Hier noch das vergangene Deutschschweizer Kinowochenende im Gesamtüberblick:

    Deutschschweiz Woche 5: Do 28.1.2010 - So 31.1.2010
    Filmtitel Screens Besucher
    1. “Sherlock Holmes” 60 42895
    2. “Avatar” 38 38118
    3. “It’s Complicated” 48 21748
    4. “Did You Hear About The Morgans?” 36 8352
    5. “A Serious Man” 14 7067
    6. “Der grosse Kater” 27 6982
    7. “Cloudy with a Chance of Meatballs” 43 6678
    8. “Alvin and the Chipmunks 2″ 36 6011
    9. “Old Dogs” 18 4815
    10. “Soul Kitchen” 11 2473
    Totale Zuschauerzahl (Top 10) Deutschschweiz: 145′139

    Zahlen: SFV, Box Office Mojo.


    Oscars 2010: Je neun Nominierungen für “Avatar” und “The Hurt Locker”

    Aktuelle Themen, Filmauszeichnungen | 2. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Die Oscarverleihung 2010

    Soeben wurden im Samuel Goldwyn Theater in Beverly Hills von Academy President Tom Sherak und Schauspielerin Anne Hathaway die Nominierungen für die diesjährige Oscarverleihung bekanntgegeben. Am häufigsten nominiert – nämlich in jeweils neun Kategorien – wurden wie erwartet James Camerons “Avatar” und Kathryn Bigelows “The Hurt Locker”.

    Beide Werke stehen sich in den beiden Hauptkategorien Bester Spielfilm und Beste Regie gegenüber. Ebenfalls als bester Film nominiert sind “The Blind Side”, “District 9″, “An Education”, “Inglourious Basterds”, “Precious”, “A Serious Man”, “Up” und “Up In The Air”. Neu wurden dieses Jahr wieder zehn anstatt fünf Filme in dieser Kategorie berücksichtigt.

    Neben Cameron und Bigelow sind auch Quentin Tarantino (“Inglourious Basterds”), Lee Daniels (“Precious”) und Jason Reitman (“Up In The Air”) für den Regiepreis nominiert, während Michael Hanekes “Das weiße Band”, Jacques Audiards “Un prophète” und Claudia Llosas “La teta asustada” Anwärter auf den Oscar für den besten ausländischen Film sind.

    Bei den Darstellern sind Jeff Bridges (“Crazy Heart”), George Clooney (“Up In The Air”), Colin Firth (“A Single Man”), Morgan Freeman (“Invictus”) und Jeremy Renner (“The Hurt Locker”) nominiert, sowie Sandra Bullock (“The Blind Side”), Helen Mirren (”The Last Station”), Carey Mulligan (“An Education”), Gabouray Sidibe (“Precious”) und Meryl Streep (“Julie & Julia”).

    Unter den Nominierungen befinden sich auch einige erfreuliche Überraschungen. So wurde auch das (adaptierte) Drehbuch von “District 9″ berücksichtigt, ebenso wie Bruno Delbonnels geniale Kameraarbeit an “Harry Potter and the Half-Blood Prince”. Schön auch, dass die chaotischen Spezialeffekte von “Transformers: Revenge of the Fallen” nicht nominiert wurden.

    Die Verleihung der Academy Awards findet in der Nacht von Sonntag, 7. März, auf Montag, 8. März statt. Etwa eine Woche davor werden wir hier auf der Seite ein Gewinnspiel starten, bei dem es darum gehen wird, möglichst viele Oscargewinner richtig vorauszuahnen. Einige Favoriten haben wir bereits gestern in diesem Beitrag diskutiert.

    Die vollständige Liste aller Nominierungen folgt nach dem Schnitt:

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