
Im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung gab gestern das Bundesamt für Kultur (BAK) nach einer Eröffnungsrede vom neuen Bundesrat und Kulturminister Didier Burkhalter an den Solothurner Filmtagen die Nominierungen für den Schweizer Filmpreis Quartz 2010 bekannt.
Für die Nominierten steht ein Preisgeld von insgesamt 375′000.- Franken zur Verfügung, sie wurden in den acht Kategorien (Spielfilm, Dokumentarfilm, Kurzfilm, Darsteller, Nachwuchstalent, Drehbuch und Filmmusik) auf Empfehlung der von Fredi M. Murer präsidierten Schweizer Filmakademie gewählt.
Gleich für fünf Preise wurde Christoph Schaubs Erfolgsfilm “Giulias Verschwinden” vorgeschlagen, nämlich für den besten Darsteller (Bruno Ganz), die beste Darstellerin (Sunnyi Melles), die beste Filmmusik (Balz Bachmann), das beste Theaterst…, äh, Drehbuch (Martin Sutter) und natürlich für den besten Spielfilm.
Ebenfalls als bester Spielfilm nominiert sind Séverine Cornamusazs weitaus besserer Film “Cœur animal”, Bettina Oberlis “Tannöd”, Frédéric Mermouds “Complices” – und überraschenderweise auch die gründlich misslungene Science-Fiction Produktion “Cargo” von Ivan Engler und Ralph Etter.
Das Stirnrunzeln geht gleich weiter: Melanie Winiger ist als Beste Darstellerin nominiert. Wenn ihre Darbietung in “Sinestesia” zu den drei besten weiblichen Schauspielleistungen des Jahres in einer Schweizer Produktion gehört, ist das wirklich ein Armutszeugnis für das Filmland Schweiz.
Vergeblich sucht man auch nach einer Berücksichtigung von “Cœur animal”-Hauptdarsteller Olivier Rabourdin; an seiner Stelle wurde immerhin Antonio Buil (der in Cornamusazs Film den Spanischen Gastarbeiter spielt) für den Darstellerpreis nominiert – neben Bruno Ganz und Roeland Wiesnekker (“Der Fürsorger”).
Nun sind aber auch Marie Leuenberger, Jennifer Mulinde-Schmid (beide für “Die Standesbeamtin”) und eben Sunnyi Melles (“Giulias Verschwinden”) für Darstellerpreise nominiert – und so fällt langsam auf, dass der Schweizer Filmpreis dieses Jahr wohl eine reine PR-Übung ist. Stars statt Talent.
Weitaus spannender und gerechter sehen die Nominierungen für den besten Dokumentarfilm aus, der hierzulande sowieso einen grösseren Stellenwert besitzt als der Schweizer Spielfilm: “Die Frau mit den 5 Elefanten”, “Rocksteady”, “Sounds and Silence”, “Space Tourists” und “The Sound of Insects” konkurrieren um diese Auszeichnung.
Die Preisverleihung findet am 6. März im Rahmen einer Galaveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum KKL Luzern statt. Moderiert wird das Event von Monika Schärer (SF Box Office), während das Schweizer Fernsehen wie letztes Jahr wieder eine “lange Nacht des Schweizer Films” programmiert.
Die vollständige Liste der Nominierungen folgt nach dem Sprung:
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