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    Vuvuzelas in Mittelerde

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 22. Juni 2010 von Lory Roebuck

    Vuvuzelas in Mittelerde

    Die Fussballweltmeisterschaft läuft und wir sind alle in ihrem Bann. Da passiert es leider auch schon einmal, dass wir neben unseren beruflichen Pflichten eine ganze Woche lang keine Zeit mehr für Updates auf cineast.ch finden. Das bitten wir zu entschuldigen. WM ist nur alle vier Jahre, und ihr Fieber ungemein ansteckend.

    Während wir der Academy of Soccer Picture Arts & Sciences (ASPAS) nahelegen möchten, die diesjährigen Schauspieloscars an Abdul Kader Keïta (Elfenbeinküste) und Arturo Vidal (Chile) zu verleihen, macht sich das andere grosse Ärgernis dieser WM in Mittelerde breit: die Vuvuzelas!

    Gandalf, Frodo und Co. bleibt nur wenig Zeit, eine Rettung zu finden: Das WM-Finale findet in zweieinhalb Wochen statt. Wieviele von uns es bis dann durchhalten, ist ungewiss. Denn: Weit bedrohlicher als der Eine Ring ist zweiffellos der monotone Dauerlärm der zahllosen Tröten.


    Iñárritu inszeniert die Fussballweltmeisterschaft

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 25. Mai 2010 von Lory Roebuck

    Nike: "Write the Future"

    Kino und Fussball – die gemeinsamen Vorzüge der beiden Eckpfeiler unserer Popkultur hat der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu (”Babel”, “Amores Perros”) in einem neuen Werbeclip für Nike furios inszeniert. Dynamik, Drama, Witz, Inspiration, Verehrung, Leidenschaft – unbedingt schauen:

    “Write the Future” – so heisst dieser Werbeclip für Nike, der doch so viel mehr ist. Diese vollständig drei Minuten des Videos gibt es wohl nur online zu sehen, für die Fernsehwerbung wird das sicherlich noch auf 30 bis 45 Sekunden runtergekürzt. Einiges an cineastischer Tiefe dürfte dabei verloren gehen.

    Von dieser Tiefe zeugen in der hier eingebetteten Version nicht etwa die ultra-schnellen Schnitte (die ja eigentlich das Produkt von MTV und der Werbebranche sind), sondern die vielen kurzen medialen Referenzen wie Ronaldinho auf Youtube, Ronaldo bei den Simpsons oder Gael Garcia Bernal als Ronaldo.

    Ebenso brilliant und für Regisseur Iñárritu typisch ist natürlich, wie er die Reaktionen, die das Fussballspiel auslöst, in den Fernsehstudios über die TV-Zuschauer bis zu den Fans auf der Strasse einfängt und mit solchen Montagen festmacht, wie der Fussball Menschen quer durch alle Schichten hindurch verbindet.

    Den Clip sollte man sich am besten wiederholt anschauen, denn jedes Mal lässt sich dabei etwas neues entdecken. Den Kurzauftritt von Roger Federer habe ich beispielsweise erst beim fünften Durchschauen erkannt. Gedreht wurde das Video natürlich anlässlich der Fussballweltmeisterschaft, die am 11. Juni beginnt.


    Anleitung für einen Oscarfilm-Trailer

    Sonstiges | 15. März 2010 von Lory Roebuck

    Der Oscartrailer

    Kurzes Update während meiner Mittagspause: Awards Daily hat ein ganz originelles Video entdeckt, das die Unoriginalität von Trailern, die die von ihnen beworbenen Filme ins Rampenlicht der Oscarverleihung schieben wollen, gehörig auf die Schippe nimmt.

    Der genüsslich metaironische Clip hält sozusagen als Vorlage für Trailer von potentiellen Oscarfilmen her. Oder anders formuliert: Das Video ist eine Anweisung, wie man eine solche Vorschau erstellt, in Form eines Trailers. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Am besten gleich selber reinschauen:

     
    Meine Lieblingsszene: Ein Trainer hält eine Ansprache vor der niedergeschlagenen Mannschaft in der Garderobe: “Inspiring final lines of a speech that douchebags will quote in their Facebook profiles!!!” Hergestellt wurde das Video von kreativen Fans auf britanick.com.


    Carey Mulligan: Eine Hommage an Sally Sparrow

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 25. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Carey Mulligan: Als Sally Sparrow in "Doctor Who" (2007), als Jenny in "An Education" (2009)

    Ich weiss, ich bin mit meiner Besprechung von Lone Scherfigs leisem Coming-of-age Drama “An Education” (ab heute im Kino) etwas im Rückstand. Diesen Film darf sich aber niemand entgehen lassen, nur schon wegen dem bezaubernden britischen Shooting Star Carey Mulligan, ihrerseits aktuelle BAFTA-Gewinnerin und Oscarnominierte.

    Wer wie ich ein “Doctor Who”-Fan ist, kannte Carey Mulligan wohl schon Jahre vor ihrem Durchbruch in “An Education”. Mulligan spielte in einer einzigen (aber der vielleicht besten) Folge (”Blink”, 2007) der kultigen Sci-Fi-TV-Serie, in der der titelgebende Doctor ungewöhnlicherweise kaum auftrat, die investigative Sally Sparrow.

    Nach “Blink” wünschten sich tausende “Doctor Who”-Anhänger mehr Auftritte von Sally Sparrow, die dank Mulligans Charme dem Doctor in seiner eigenen Sendung ebenbürtig war. Leider wurde daraus nichts – oder vielleicht zum Glück: Carey Mulligan kann so ihren Senkrechtstart in Hollywood angehen.

    Hier trotzdem eine kleine Hommage: an die wunderbare Sally Sparrow, an den Ursprung eines jungen Schauspieltalents, an meine Lieblingsfolge aus “Doctor Who”. Der Clip fasst die Episode zusammen, die passende Musik dazu ist der Song “Headlock” von Imogen Heap:

    Und nicht vergessen: “An Education” (nach einem Drehbuch des britischen Autors Nick Hornby) läuft ab heute in den Deutschschweizer Kinos – nicht verpassen! Infos und den Trailer zum Film gibt es in unserer Datenbank, die Rezension folgt baldmöglichst.


    The Dude Abides

    Sonstiges | 24. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Jeff Bridges

    Dieser klassisch-vulgären Bildsprache kann ich mit Worten gar nicht gerecht werden. Statt mit Kaktus zwischen den Beinen gibt es Jeff Bridges wohl bald mit Oscar in den Händen zu sehen. In “Crazy Heart” gibt es den Dude nun definitiv ab dem 18. März in den Deutschschweizer Kinos zu bestaunen.

    Foto: Terry Richardson, GQ.


    So hätte ein “Spider-Man”-Film von Wes Anderson ausgesehen

    Sonstiges | 8. Februar 2010 von Lory Roebuck

    So hätte ein "Spider-Man" Film von Wes Anderson aussehen können

    Seit rund zwei Wochen wissen wir, dass “(500) Days of Summer”-Regisseur Marc Webb einen neuen “Spider-Man”-Film inszenieren wird, nachdem Sam Raimi das Franchise verlassen hat. Webb war zwar Sonys Wunschkandidat gewesen, das Studio hatte für den leergewordenen Regiestuhl aber auch andere Är… Namen im Visier.

    Neben offensichtlichen Filmemachern wie James Cameron oder David Fincher wurde auch Kino-Auteur Wes Anderson mit der “Spider-Man” Neulancierung in Verbindung gebracht. Auf Youtube findet sich nun ein gelungener Fantrailer, der erahnen lässt, wie ein Spinnenfilm des “The Royal Tenenbaums”-Regisseurs hätte aussehen können:

    Wes Anderson hat natürlich auch weitere grossartige Filme wie “Rushmore” (1998) oder “The Life Aquatic with Steve Zissou” (2004) gedreht; die Figuren im obigen Clip sind aber eindeutig an die Charaktere und Schauspieler aus der schrägen Familie an stillgestandenen Wunderkindern in “The Royal Tenenbaums” (2001) angelehnt.

    Andersons neustes Werk ist übrigens der Stop-Motion-Film “The Fantastic Mr. Fox”, der aktuell für den Oscar als bester animinierter Spielfilm nominiert ist. Die Verfilmung von Roald Dahls gleichnamigem Kinderbuch hat für die Schweiz noch keinen festen Starttermin, dürfte aber noch dieses Jahr in unseren Kinos zu sehen sein.


    “Avatar” in 4D: Ein kurzer Erlebnisbericht

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 29. Januar 2010 von Lory Roebuck

    Szenenbild aus James Camerons "Avatar"

    Im Basler Pathé Küchlin bin ich gestern Abend zusammen mit Freunden in die einzigartige Filmwelt von James Camerons “Avatar” eingetaucht – bereits zum vierten Mal, aber es wurde ein ganz neues Erlebnis daraus. Während alle Welt gerade die Vorzüge des 3D-Kinos kennenlernt, machten wir schon mit der vierten Dimension Bekanntschaft.

    Etwa zwei Drittel der Filmvorstellung waren durch, als Colonel Quaritch mit seiner Streitmacht das Feuer auf die Na’vi eröffnet und “Avatar” seinen emotionalen und explosionsartigen Höhepunkt erreicht. Die Eingeborenen werden von ihrer Stätte vertrieben, ihr riesiger Heimatbaum wird in die Luft gejagt, links und rechts fliegen die Fetzen.

    Die Szene ist so gewaltig, dass abseits der Leinwand selbst der Kinosaal in Mitleidenschaft gezogen wird. Das Bild wird plötzlich schwarz, die Lichter gehen abrupt an – per Lautsprecher ist eine Durchsage zu hören: Ein ernstes technisches Problem liegt vor, alle Zuschauer sollen den Saal unverzüglich über den Notausgang verlassen.

    Die Meldung wird zwar ruhig und sachlich verlautbart, weil es aber zum Schluss noch heisst, man soll auf keinen Fall den Lift benutzen, sind aus der gemächlich herausströmenden Menschenmenge bald einmal Sätze wie “Do brennts dängg neume” zu hören, die wohl nur halbironisch gemeint sind.

    Wie ernst ist die Lage? Die Meisten gehen hinten zum Gebäude raus und schnurstracks vorne wieder rein, um nachzufragen, was denn los sei. Die Angestellten sind aber genauso ratlos. Eine Logenbedienerin meint, sie sei in den Hauptsaal rein und plötzlich waren alle ihre Gäste weg gewesen. Die anderen sieben Säle sind nicht betroffen.

    Kriegen wir ein neues Ticket? Geht der Film doch noch weiter? In Ermangelung an Auskunft begeben sich die ersten Besucher wieder an ihre Plätze. Zwei Telefongespräche mit dem Kinomanager später ist die Sache geklärt: Fehlalarm! Alle Zuschauer können wieder unbesorgt in den Saal hinein, die Vorführung geht gleich weiter.

    Um zehn Minuten zurückgespult reisst “Avatar” wieder alle in seinen Bann. Hat das Intermezzo dem Erlebnis einen Abbruch getan? Keinesfalls. Von Bekannten zum Besuch dieses bahnbrechenden Films mit den Bildern von morgen angespornt, können die Gäste dieser Vorstellung nun behaupten, sie hätten sogar schon das 4D-Kino von übermorgen erlebt!


    Die käsigsten Filmzeilen

    Sonstiges | 25. Januar 2010 von Lory Roebuck

    Arnold Schwarzenegger als Mr. Freeze in "Batman & Robin"

    Awards Daily hat auf Youtube ein Video ausgegraben, dass behauptet, die einhundert abgedroschensten Dialogzeilen der Kinogeschichte zu präsentieren. Der wirkliche Fundus ist in dieser Hinsicht natürlich viel reicher, der rund zehnminütige Clip quer durch die (vor allem amerikanische) Filmgeschichte ist aber trotzdem einen Blick wert:

    Überraschend ist, dass der Macher neben offensichtlichen Kandidaten wie Arnold Schwarzenegger in “Batman & Robin”, Sylvester Stallone in “Judge Dredd” oder das unsterbliche “Must be weird not having anyone cum on ya” aus “Showgirls” auch Textzeilen aus prämierten Werken wie “American Beauty” und “The Lord of the Rings” berücksichtigt hat.


    Weitere Videorückschau auf das Kinojahr 2009

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 4. Januar 2010 von Lory Roebuck

    2009: The Cinescape von Matt Shapiro (Szene aus "The Hurt Locker")

    2009: The Cinescape von Matt Shapiro

    Letzte Woche haben wir zwar bereits einen Zusammenschnitt des Kinojahres 2009 in unsere Berichterstattung eingebunden, möchten nun an dieser Stelle aber mit “2009: The Cinescape” die noch gelungenere Videorückschau von Matt Shapiro nachliefern:

    Shapiros Clip ist zwar rein technisch nicht so spektakulär geschnitten wie der letztwöchige Versuch von Kees van Dijkhuizen, ist in seiner Sequenzierung aber viel bedachter aufgebaut. Ausserdem werden die Szenen mit einem meiner Lieblingssongs überhaupt untermalt, Radioheads “Exit Music (For A Film)”.

    Sehr spannend finde ich, wie Shapiro den Fokus zunächst auf einige der denkwürdigeren Darstellerleistungen des Jahres lenkt und so etwas wie einen Augenaustausch quer durch all diese Filme aufzubauen scheint, bevor er mit dem Crescendo des Songs auch die Bilder explodieren lässt.

    “2009: The Cinescape” ist nicht nur eine tolle Retrospektive, sondern auch ein anregender Ausblick auf einige Kinohighlights (und Oscaranwärter), die bei uns erst Anfang 2010 anlaufen, wie “Up In The Air”, “An Education”, “Precious”, “Nine”, “A Serious Man” oder “The Lovely Bones”.

    Shapiro stellt seit 2006 jeweils Ende Jahr eine eindrückliche Videomontage des ausgegangenen Kinojahres zusammen, das von vielen Filmseiten im Internet immer wieder aufgegriffen wird. Besonders dasjenige zu 2007 ist ihm sehr gut gelungen. Die weiteren Links: 2006, 2008.


    Videoretrospektive des Kinojahrs 2009

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 29. Dezember 2009 von Lory Roebuck

    Cinema 2009: "(500) Days of Summer"

    Cinema 2009

    Während den Festtagen ist nicht viel los, weshalb es auch auf cineast.ch derzeit nur wenige Updates gibt. Zum ausklingenden Jahr passt aber das folgende Video bestens – ein siebenminütiger, rasanter Zusammenschnitt von denkwürdigen Szenen aus Filmen des Kinojahres 2009:

    Youtube-Benutzer Kees van Dijkhuizen hat für den Clip hochauflösendes Bildmaterial aus insgesamt 342 verschiedenen Trailern benutzt. Das Resultat ist ein anregendes Sammelsurium, das einerseits auch weniger geglückte Kinofilme berücksichtigt, andererseits auch solche, die wir in der Schweiz erst 2010 zu sehen bekommen.

    Oder wie der Macher selber meint: “2009 proved that innovation is rewarded, and for that reason, I’ve decided no film should be left behind.” Eine Liste aller Filme kann hier eingesehen werden. Sein Video bietet van Dijkhuizen in einer Auflösung von 1080p (Full-HD) unter diesem Link zum Download an.

    Was waren denn eure Lieblingsfilme des Kinojahres 2009? Die Bestenliste von cineast.ch wird voraussichtlich Anfang nächster Woche publiziert, wann hier auch im Hinblick auf unsere Berichterstattung wieder Normalbetrieb einkehrt.