Das Kinovolk ist von 3D begeistert - noch?
Zuschauerzahlen | 16. März 2010 von Lory Roebuck
Tim Burtons “Alice in Wonderland” sorgte auch an seinem zweiten Kinowochenende für den grössten Zuschaueraufmarsch in den Deutschschweizer Kinos. Die 42′205 zwischen Donnerstag und Sonntag (11. bis 14. März) verkauften Tickets entsprechen gegenüber der gleichen Zeitperiode in der Vorwoche (55′405) zwar einem Rückgang von fast 25 Prozent, sind aber fast doppelt soviele Eintritte, wie “Shutter Island” aktuell verzeichnen konnte.
Dem Psychothriller von Martin Scorsese reichte es mit – immernoch guten – 24′659 Zuschauern (Rückgang: 26 Prozent) wieder nur auf Platz zwei in der Besucherrangliste. Gleich hinter “Shutter Island” kommt aber selbst “The Men Who Stare At Goats”, der höchste Neueinsteiger der Woche mit dem Starquartett um George Clooney, Jeff Bridges, Ewan McGregor und Kevin Spacey, wiederum nur auf halb soviele Eintritte, nämlich 12′911.
Die absurde Kriegssatire vermochte aber immerhin “Avatar” erstmals seit seiner Veröffentlichung von den Podestplätzen zu verdrängen; massgebend ist hier sicherlich auch, dass Camerons Film viele der limitiert vorhandenen 3D-Leinwände an “Alice in Wonderland” abgeben musste. Cameron meinte gegenüber der amerikanischen Presse, dass das Studio im Spätsommer eine mögliche Wiederveröffentlichung ihres 3D-Spektakels ins Auge gefasst hat.
Schweizweit hat “Avatar” insgesamt bereits 1′107′057 Schaulustige vor die Leinwand gelockt – das ist Platz drei auf der Schweizer Bestenliste seit Beginn der Messung 1995. Solche Zahlen wird “Alice in Wonderland” trotz starkem Lauf kaum erreichen können, zu wenig überzeugt der Film als 3D-Erlebnis – wohl auch, weil Burton den Film erst in der Nachproduktion in 3D umgewandelt hat. Und das merkt man dem Film eben an.
Zwischen dem 3D-Effekt von “Avatar” und dem von “Alice in Wonderland” (den man getrost in der Flachbildfassung schauen kann) liegen Welten. Cameron hat durchaus Recht, wenn er den neuen Hollywoodtrend anprangert, Filme herkömmlich abzudrehen und dann erst hinterher (wesentlich billiger) auf 3D hochzupimpen – nachdem er sich Jahre dafür Zeit gelassen hat, die 3D-Technologie auf einen so fortschrittlichen Stand zu bringen.
Wird die Flut an Post-3D-Filmen (demnächst: “Clash of the Titans” und “Harry Potter and the Deathly Hallows”) in den Nachwehen des Erfolgs von “Avatar” für ein Sättigungsgefühl beim Kinopublikum sorgen, was 3D anbelangt (weil das eben inferiore 3D-Produktionen sind, in denen die zusätzliche Dimension zum reinen Gimmick verkommt)? Die dahinterliegende Ironie könnte kaum bitterer sein.
Wie dem auch sei, freuen wir uns jetzt zunächst einmal auf die vielen sehenswerten Neustarts dieser Woche – darunter der zweifache Oscargewinner “Precious” von Lee Daniels, der ebenfalls doppelte Sieger “Crazy Heart” mit Jeff Bridges, der neuerliche Zusammenspann von “The Bourne Ultimatum”-Regisseur Paul Greengrass und Matt Damon in “Green Zone” sowie Hirokazu Kore-Edas japanisches Drama “Air Doll”.
Hier noch das vergangene Deutschschweizer Kinowochenende im Gesamtüberblick:
| Deutschschweiz Woche 11: Do 11.3.2010 - So 14.3.2010 |
| Filmtitel | Screens | Besucher | |
| 1. | “Alice in Wonderland” | 69 | 42205 |
| 2. | “Shutter Island” | 40 | 24659 |
| 3. | “The Men Who Stare At Goats” | 21 | 12911 |
| 4. | “Avatar” | 20 | 8568 |
| 5. | “Up In The Air” | 29 | 7269 |
| 6. | “Valentine’s Day” | 27 | 5237 |
| 7. | “The Book of Eli” | 22 | 4859 |
| 8. | “Teufelskicker” | 43 | 4589 |
| 9. | “It’s Complicated” | 24 | 4378 |
| 10. | “Sherlock Holmes” | 21 | 4256 |
| Totale Zuschauerzahl (Top 10) Deutschschweiz: 118′931 |
Zahlen: SFV.

















= Meisterwerk








