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    Zorniger Zauberschüler

    Rezensionen | 14. Juli 2007 von Lory Roebuck

    Harry Potter and the Order of the PhoenixHARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX / In einem weiteren Jahr in Hogwarts lernt der brillentragende Magieschüler, dass die Zauberwelt an Spass eingebüsst hat. Die Verfilmung des fünften „Harry Potter”-Romans verleiht der Serie eine düstere Note.

    Harry Potter (Daniel Radcliffe) wird von den Medien verunglimpft, als das Zaubereiministerium seine Behauptungen um die Rückkehr des bösen Lord Voldemort (Ralph Fiennes) herunterzuspielen versucht. Aus Furcht, dass Hogwarts Schulleiter Albus Dumbledore (Michael Gambon) seinen Posten übernehmen will, setzt Zauberminister Cornelius Fudge (Robert Hardy) eine Vertrauensperson aus seinem Stab als neue Lehrerin des Fachs „Verteidigung gegen die dunklen Künste” ein, um die Schule auszuspionieren. Da aber der theorielastige Lehrplan der ehrgeizigen Dolores Umbridge (Imelda Staunton) die Schüler kaum vor den Attacken Voldemorts und seiner loyalen Todesser schützen kann, nimmt Harry die Sache in die eigene Hand: Er gründet „Dumbledores Armee” und bereitet seine Kommilitonen auf die bevorstehenden Auseinandersetzungen mit dunklen Zauberern vor.

    Regieneuling David Yates
    David Yates kam die einschüchternde Aufgabe zu, den längsten Roman der Harry Potter Buchreihe in einen Film zu adaptieren, dessen Spiellänge sich im Rahmen der bisherigen Verfilmungen bewegt. Aber der vierte Regisseur, der sich mit dem Potter-Universum auseinandersetzt, ist sogar für regelmässige Kinogänger ein unbeschriebenes Blatt. Einen Namen machen konnte sich Yates bisher vor allem mit Fernsehproduktionen; mit der BBC-Miniserie „The Way We Live Now” gewann er den Fernsehpreis der Britischen Filmakademie (BAFTA) und mit „State of Play”, einer weiteren Serie, die höchste Auszeichnung der Directors Guild of Great Britain (DGGB).

    „Harry Potter and the Order of the Phoenix” ist Yates’ erste Grossproduktion fürs Kino, und seine TV-Wurzeln sind dem Film prompt anzusehen. Der fünfte Harry Potter Film unterscheidet sich komplett von den anderen vier Teilen: Trübere Farben, kargere Sets, weniger protzige (und weniger spassige) Actionszenen, ein langsamerer Aufbau, mehr Drama im Dialog - und möglicherweise auch ein belohnenderes Filmerlebnis. Die Geschichte setzt nur gerade einige Wochen nach den Ereignissen in „Harry Potter and the Goblet of Fire” an, aber die mürrische Atmosphäre, die „Order of the Phoenix” durchzieht, könnte kaum weiter weg sein vom spektakulären Nervenkitzel des Trimagischen Turniers.

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    Analoger Held in einer digitalen Welt

    Rezensionen | 14. Juli 2007 von Lory Roebuck

    Die Hard 4.0DIE HARD 4.0 / Bruce Willis kehrt in die Filmrolle zurück, die ihm vor zwanzig Jahren Ruhm eingebracht hat. Aber kann sich eine Filmserie, die den Anfangspunkt des modernen Actionkinos markiert hatte, im heutigen Filmmarkt noch hervorheben?

    Nachdem Hacker in das zentrale FBI Computernetzwerk eindringen, wird Detective John McClane (Bruce Willis) damit beauftragt, einen lokalen Verdächtigen namens Matt Farrell (Justin Long) in Gewahrsam zu nehmen. Die beiden verlieren sich aber schnell einmal inmitten einer nationalen Krise, als Internetterroristen einen virtuellen Krieg anzetteln, dem die landesweiten Transport-, Telekommunikations- und Finanznetzwerke zum Opfer fallen. Mit Hilfe von Farrells Computerkenntnissen versucht McClane den Terroristenanführer Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) aufzuspüren, um noch Schlimmeres zu verhindern. Aber als Gabriel McClanes Tochter Lucy (Mary Elizabeth Winstead) entführt, wird die Sache zu einer persönlichen Angelegenheit.

    Die neue Ära
    John McTiernans „Stirb Langsam” war 1988 ein riesiger kommerzieller und kritischer Erfolg. Damals hob er sich von anderen Actionfilmen ab, nicht nur auf Grund der schieren Mengen an Actionszenen, aber auch wegen seiner grundierten Handlung und seines neuen Typs eines Actionstars: Einer, der genauso unverwundbar ist wie seine Vorgänger, aber mit fehlbaren und somit menschlicheren Charakterzügen. Der Film belebte das Actiongenre, und führte zusammen mit seinen beiden Fortsetzungen „Stirb langsam 2″ (1990) und „Stirb langsam - jetzt erst recht” (1995) die neue Ära des modernen Actionthrillers ein. Das renommierte Kinoblatt Entertainment Weekly krönte „Stirb langsam” vor kurzem sogar zum besten Actionfilm aller Zeiten.

    Es stellt sich also zwangsläufig die Frage, wie, fast zwanzig Jahre später, ein weiteres Sequel es vermeiden kann, in der Masse der jetzt schon als „typisch” geltenden Actionfilme zu ertrinken. Wie kann es in der Kinolandschaft noch Spuren hinterlassen, wenn heute jeder zweite Actionfilm nach dem „Stirb Langsam”-Prinzip abgedreht wird? Regisseur Len Wiseman hatte bei „Die Hard 4.0″ (bzw. „Live Free or Die Hard”, wie der der Titel amüsanterweise in den USA lautet) wahrlich in grosse Fussstapfen zu treten, als er den Job annahm. Umso überraschender erscheint es deshalb, dass der Erschaffer von „Underworld” und „Underworld: Evolution” reüssiert - zumindest bis zu einem gewissen Ausmass.

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