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    Rezension: “Public Enemies” von Michael Mann

    Neu im Kino, Rezensionen | 31. Juli 2009 von Lory Roebuck

    Rezension: "Public Enemies" von Michael Mann

    Michael Mann inszeniert den berüchtigen Bankräuber John Dillinger als romantisierten Helden der Depressionsära. Trotz Johnny Depps starkem Schauspiel überzeugt das Gangsterepos nicht ganz: Die Filmfiguren lassen Tiefe vermissen und die moderne Digitalästhetik des Films ist unpassend.

    Anfang der 30er herrscht in den USA die Weltwirtschaftskrise. Der Gangster John Dillinger (Johnny Depp) räumt eine Bank nach der anderen aus, die Polizei kann seinen Raubüberfällen scheinbar nur tatenlos zusehen. “Ich kann mir eine einzelne Bank aussuchen, wann es mir beliebt; die Polizei dagegen muss zu jeder Zeit jede einzelne Bank im Auge behalten,” erklärt Dillinger einmal seiner Geliebten Billie Frechette (Marion Cotillard), einer grossäugigen Garderobenarbeiterin, die Dillinger mit den Worten “Ich bin John Dillinger, ich raube Banken aus” in sein turbulentes Leben aufgesogen hat. Wird Dillinger doch einmal aufgegriffen, ist die Flucht aus dem Gefängnis oft ein Kinderspiel. Um den beim Volk ungemein beliebten Gangster aufzuhalten, entsteht dann aber unter der Leitung von Fahndungsadministrator J. Edgar Hoover (Billy Crudup) die erste landesweite Polizeimacht. Hoover, mit modernster Fahndungsausrüstung ausgestattet, schickt darauf den Starbeamten Melvin Purvis (Christian Bale), den “Clark Gable des FBI”, auf die Jagd nach Dillinger und dessen Truppe.

    Volksheld oder Krimineller?
    John Dillinger raubte in den Dreissigerjahren in den USA unzählige Banken aus; im Gefängnis sass er seine Taten nie lange ab, da er wiederholt in spektakulären Aktionen auszubrechen wusste. Zum Staatsfeind Nummer 1 deklariert war er der entscheidende Grund, dass zum ersten Mal eine staatenübergreifende, landesweite Polizeibehörde zustandekam: das FBI. Dillingers kriminellen Machenschaften begeisterten in der Ära der Depression die ganze Nation, die von finanziellen Nöten geplagt war und dem Bankwesen deshalb schon längst ihr Vertrauen entzogen hatte. Auch dank seinem Charme und seinem Wagemut wuchs Dillinger so schon zu Lebzeiten zu einer Legende, er war die Symbolfigur für das Volk, der sich das Geld wieder zurücknahm, das die Banken den verarmten Bürgern ihrem Gefühl nach gestohlen hatten.

    Der amerikanische Filmemacher Michael Mann, Regisseur von packenden Dramen und Thrillern wie “The Last of the Mohicans” (1992), “Heat” (1995), “The Insider” (1999) und “Collateral” (2004), bringt nun diesen Stoff als Gangsterepos auf die Leinwand. “Indem er Banken ausraubte und die Regierung an der Nase herumführte, wurde er praktisch zum Sprachrohr der von der Depression niedergeschlagenen Bevölkerung”, wird Mann im Presseheft zum Film über Dillinger zitiert. “Er war ein prominenter Gangster, ein populistischer Held.” Von solch einem populistischen Helden ist in “Public Enemies” aber leider - überraschenderweise - eigentlich nur wenig zu sehen, und das ist der erste grosse Schwachpunkt des Films. Michael Mann inszeniert und Hauptdarsteller Johnny Depp spielt Dillinger als romantisierten Gangster, der alles will, und zwar gleich. Was für Auswirkungen die Depression auf das Volk hatte, wird im Film gar nicht beleuchtet, weshalb der Film-Dillinger viel weniger als Volksheld denn als charmanter Draufgänger ohne wirkliche Tiefe rüberkommt.

    Der Gangster und der Beamte
    Im Zentrum von “Public Enemies” steht stattdessen der Konflikt zwischen zwei Männern, die gesellschaftlich gesehen an sich gegenüberliegenden Enden stehen, geistig aber so etwas wie Seelenverwandte sind. Es ist dies ein Motiv, das Mann schon in früheren Werken wie “Manhunter”, “Collateral” oder - hier dank Al Pacino und Robert De Niro am eindrücklichsten - “Heat” behandelt hat. Dillingers Nemesis ist der Beamte Melvin Purvis, der fleissige Posterboy des FBIs, der damals medienwirksam die Grossfahndung nach Dillinger und seiner Crew anführte. So charmant und lässig wie sich Dillinger im Film gibt, so konzentriert und bestrebt hängt ihm Purvis an den Fersen. In ihren Tätigkeitsbereichen sind aber beide in gleicher Weise absolute Profis und einzigartige Persönlichkeiten. Johnny Depp verkörpert Dillinger in “Public Enemies” in absolut überzeugender Weise, mit viel Zurückhaltung und immer schön nuanciert. Purvis-Darsteller Christian Bale dagegen ist halt einfach Christian Bale: ein Star und das Gesicht der neuen “Batman” und “Terminator”-Filme, aber im Grunde genommen sind alle seine Figuren in ihren Manierismen untereinander austauschbar. Nichtsdestotrotz ist es gerade diese Dynamik zwischen Dillinger und Purvis, Depp und Bale, die die Filmhandlung trägt und ihre Spannung ausmacht.

    Wunderschön ist auch das sorgfältige und epochengetreue Produktionsdesign von Nathan Crowley und die Kostüme der zweifachen Oscarpreisträgerin Coleen Atwood. Umso mehr stört dann, dass all das in “Public Enemies” gar nicht wirklich zur Geltung kommt. Der in Gangsterstreifen sonst so prominente Retrolook des Zelluloids fehlt hier völlig, Mann setzt stattdessen wie auch schon bei “Collateral” und “Miami Vice” auf digitale high-definition Kameras. Die Bilder von Kameramann Dante Spinotti sind zwar gestochen scharf und ungeheuer kontrastreich, entbehren aber jeglichem Charme. Klar, “Public Enemies” setzt sich dadurch von anderen Gangsterfilmen merklich ab. Auch Manns Begründung leuchtet prinzipiell ein: Die moderne Newsästhetik des Films ist viel unmittelbarer und “wahrheitsgetreuer”, will sich der Zuschauer in die Ereignisse der damaligen Zeit hineinversetzen. Die modernen Bilder sind also nicht einfach Selbstzweck. Besonders schön anzusehen sind sie aber deswegen trotzdem nicht. Und weil Spinotti oft Handkameras einsetzte, sind die Aufnahmen immer wieder verwackelt, sodass man insgesamt trotz der beeindruckenden Ausstattung des Films nicht gerade von einem Augenschmaus reden kann.

    Auf Papier überzeugender
    Die fehlende Tiefe bei der Figurenzeichnung - die auch sehr stark bei der von Oscargewinnerin Marion Cotillard (”La vie en rose”) gespielten Billie Frechette, Dillingers Herzdame, bemerkbar ist - und der digitale Look sind zwei eklatante Schwächen, die “Public Enemies” vom Aufstieg in den Olymp der Gangsterfilme (”Carlito’s Way”, “Once Upon a Time in America”, “Goodfellas”, “The Godfather” etc.) abhalten. Denn in Szene gesetzt sind die Filmsequenzen an sich hervorragend, sowohl die Schiessereien als auch die ruhigeren Momente. Ganz stark gelungen ist Mann vor allem eine Szene, in der Dillinger selber das (weitgehend verlassene) Fahndungsbüro von Melvin Purvis und seiner Mannschaft betritt, und sich dort in aller Seelenruhe Landkarten mit seinen letzten Aufenthaltsorten und aufgehängte Fotografien von sich selbst ansieht, die gesamthaft schon fast einen ehrfürchtigen Eindruck erwecken. Aber auch wenn “Public Enemies” trotz seinen 143 Minuten nur selten Längen aufweist, auf dem Papier liest sich die Kombination von Michael Mann, Johnny Depp, Christian Bale und einem Gangsterfilm um den Bankräuberhelden John Dillinger viel überzeugender, als sie auf der Leinwand zu sehen ist. Schade.

    Bewertung: 3 Sterne ("ordentlich")

    Infos:
    “Public Enemies”, USA 2009, 143 Min., R: Michael Mann, D: Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Billy Crudup, Stephen Lang, Stephen Dorff, Giovanni Ribisi, Emilie de Ravin, David Wenham, Lili Taylor.

    Im Kino ab: 30.07.2009


    Trailer zum neuen Coen-Film “A Serious Man”

    Ausblicke, Trailer | 31. Juli 2009 von Lory Roebuck

    Szene aus dem Trailer zu "A Serious Man" von Joel und Ethan Coen

    Die Regiebrüder Joel und Ethan Coen (”No Country for Old Men”, “Burn After Reading”) haben bereits einen neuen Film im Kasten. Er heisst “A Serious Man” und weiss für einmal keine Schauspielstars in seinen Reihen vorzuweisen. Dafür gibt es jetzt den ersten Trailer zum Film zu sehen, der zum Rhytmus eines Kopfes, der gegen eine Wand geschlagen wird, vertont ist, und anstatt Anhaltspunkten zur Handlung eine Serie von wiederholten Bildern und Aussagen zeigt:

    “A Serious Man” ist die Geschichte der Suche eines gewöhnlichen Mannes nach Klarheit in einer Welt, in der Jefferson Airplane im Radio zu hören und “F-Troop” im Fernsehen zu sehen ist. Es ist das Jahr 1967, und der Physikprofessor Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) wird von seiner Frau Judith (Sari Lennick) verlassen. Sie hat sich nämlich in seinen aufgeblasenen Kollegen Sy Ableman (Fred Melamed) verliebt.

    Während seine Frau und Sy sich in einer neuen Behausung einrichten und Larrys Bruder ihm immer mehr zur Last wird, droht ein anonymer Briefschreiber Larrys Chancen auf seine Anstellung an einer Universität zu sabotieren. Auf seiner Suche nach Gleichgewicht holt sich Larry bei drei verschiedenen Rabbinern Rat. Doch kann ihm überhaupt jemand dazu verhelfen, mit seinen Leiden umzugehen und zu einem rechtschaffenen, ernsten Menschen zu werden?

    “A Serious Man” hat noch keinen festen Starttermin in der Schweiz, soll aber noch dieses Jahr in unseren Kinos zu sehen sein.


    Rezension: “Sita Sings the Blues” von Nina Paley

    Neu im Kino, Rezensionen | 31. Juli 2009 von Nicky Schaefer

    Rezension: "Sita Sings the Blues" von Nina Paley

    Nur selten schaffen es innovative Zeichentrickwerke in die normale Kinoauswertung – “Sita Sings the Blues” durfte dabei aus rechtlichen Gründen lange nicht gezeigt werden.

    Die Göttin Sita, Gattin des Prinzen Rama, wurde vom bösen Dämonenkönig Ravana nach Ceylon entführt. Dank Affengott Hanuman kann Rama sie zwar retten – weiss aber nichts mehr mit der scheinbar unreinen Ehefrau, bzw. -göttin anzufangen. Parallel dazu erzählt Nina Paley in ihrem abendfüllenden Zeichentrickfilm ihre eigene Geschichte: wie ihr Mann einen Job in Indien gefunden hat, wie sie ihm nachreist – und bald schon wieder ihre Koffer packt.

    Vielschichtiges Zeichentrickwerk
    Sicherlich ist der Stoff an sich – die indische Mythologie, in diesem Fall das Ramayana von Valmiki – schon an sich faszinierend. Auch die Geschichte von Nina Paley selbst wäre als Stoff sicher nicht uninteressant. Doch es ist die innovative Umsetzung, die aus “Sita Sings the Blues” ein geradezu bahnbrechendes Werk macht. Der Film besteht aus mehreren inhaltlichen und stilistischen Ebenen. Dazu gehören u.a. die ErzählerInnen, englischsprachige InderInnen, die das mythische Geschehen aus moderner Sicht kommentieren und als indonesische Schattenfiguren repräsentiert werden. Dann die Songs der Sängerin Annette Hanshaw (1901-1985), die Sita selbst in den Mund gelegt werden. Schliesslich die verschiedenen Animationsstile – und natürlich die verschiedenen anderen musikalischen Elemente; neben den Songs von Annette Hanshaw sind auch zeitgenössische Sounds, u.a. von Masala Dosa, zu hören.

    Treffen der Welten
    Diese Heterogenität ist sicherlich das hervorragendste Merkmal von Nina Paleys Film. Paley, bekannt bisher vor allem als Cartoonistin (”Fluff” für das Universal Press Syndicate, “The Hots” für King Features), verarbeitet in ihrem ersten abendfüllenden Film ganz persönliche Erfahrungen, durch die polyphone Machart und die zahlreichen Verfremdungen wird es aber ihr ebenso wie dem Publikum möglich, sich eigene Gedanken zu machen zum Thema und sich nicht lediglich etwa mit dem Unglück Sitas oder Ninas zu identifizieren. Diese Polyphonie spiegelt sich auch in der Machart selbst wieder: zwischen Westen und Osten, zwischen Rajput und Squigglevision usw.

    Nina Paley legt mit “Sita Sings the Blues” einen immer innovativen, immer wieder verblüffenden und witzigen Zeichentrickfilm vor, der erst durch den auch finanziellen Zuspruch des Publikums eine Kinoauswertung findet. Die Songs von Annette Hanshaw sind zwar unterdessen doch schon fast hundert Jahre alt, das Copyright wurde aber von der Plattenfirma erneuert. So musste Nina Paley also zuerst das Geld für die Rechte auftreiben. Es ist ihr gelungen – zum Glück. Denn “Sita Sings the Blues” ist ein Bijoux von einem Film, ein Film, von dem die Menschen noch lange reden werden. Nach ihrem langen Kampf mit der Plattenfirma, der die Songs von Annette Hanshaw gehören, hat sich Nina Paley entschieden, “Sita Sings the Blues” den Menschen frei verfügbar zu machen im Rahmen der “Copyleft”-Lizenz.

    Bewertung: 5 Sterne ("exzellent")

    Infos:
    “Sita Sings the Blues”, USA 2008, 82 Min., R: Nina Paley , D: Stimmen von Annette Hanshaw (Songs), Aseem Chhabra, Bhavana Nagulapally, Manish Acharya, Reena Shah, Nina Paley u.a.

    Im Kino ab: 30.07.2009


    Trailer zur 3D-Wiederveröffentlichung von “Toy Story” und “Toy Story 2″

    Ausblicke, Trailer | 30. Juli 2009 von Lory Roebuck

    "Toy Story" und "Toy Story 2" kommen 2010 als 3D-Filme wieder ins Kino

    Am 30. September 2010 startet in der Schweiz Pixars lang ersehnte zweite Fortsetzung “Toy Story 3″, wie es sich inzwischen für einen Animationsfilm gehört natürlich in einer digitalen 3D-Fassung. Vier Monate zuvor, am 27. Mai, bringt Disney aber auch “Toy Story” und “Toy Story 2″ als neu aufgewertete 3D-Filme ins Kino.

    Zu dieser doppelten Neuveröffentlichung hat Disney nun einen Trailer veröffentlicht. Natürlich werden darin nicht einfach längst bekannte Szenen aus den den beiden Filmen gezeigt; stattdessen sehen wir, wie die Hauptfiguren darüber staunen, sich in 3D zu sehen - ausser Rex. (Zugegeben, in 3D würde dieser Clip besser funktionieren):

    Ohne die Vorfreude auf “Toy Story 3″ eindämmen zu wollen: Die Wiederveröffentlichung von “Toy Story” und “Toy Story 2″ in 3D ist im Prinzip nicht viel mehr als ein Marketinggimmick. Normale Flachbildfilme auf 3D aufzumotzen macht in etwa gleich wenig Sinn, wie Schwarzweissfilme nachträglich zu kolorieren.


    Cronenberg verfilmt “Cosmopolis”

    Ausblicke | 30. Juli 2009 von Lory Roebuck

    Don DeLillos "Cosmopolis" / David Cronenberg

    Ich stand bislang unter dem Eindruck, dass David Cronenberg an einer Fortsetzung zu seinem Thriller “Eastern Promises” arbeitet, aber nun berichtet The Hollywood Reporter, dass der kanadische Filmemacher eine Verfilmung von Don DeLillos Roman “Cosmopolis” ins Auge gefasst hat.

    “Cosmopolis” handelt von einem 28-jährigen Milliardär, der sich in einer Stretchlimousine auf den Weg zu Papas altem Friseur macht. Während der Fahrt durch Manhatten stösst er auf ungewöhnliche Figuren und Situationen. Die Handlung spielt sich fast ausschliesslich im Innern des Fahrzeugs im Zuge eines einzigen Tages ab.

    Das mag sich jetzt vielleicht nicht sofort wie der herkömmliche Stoff eines Kinofilms anhören - schaut man sich aber in der Filmografie Cronenbergs ein bisschen um (wenn man diese nicht sowieso schon im Kopf hat), entdeckt man im Falle von “Naked Lunch” und “Crash” zwei ganz gelungene Filme, die auf als unverfilmbar geltenden Büchern basierten.

    Bei “Naked Lunch” hatte sich Cronenberg ja eigentlich gar nicht an die Vorlage gehalten, sondern die Ereignisse des Romans mit der Biografie seines Autors William S. Burroughs zu einem äusserst surrealen Filmerlebnis “verschmelzt”. Abweichungen könnten auch bei “Cosmopolis” vorgesehen sein, das Buch gilt nämlich nicht gerade als Meisterwerk.

    Don DeLillo machte sich 1997 als Autor von “Underworld” einen Namen. Dieser postmoderne Roman, der nichts mit der gleichnamigen Vampir-Kinoserie zu tun hat, wurde in den USA für den National Book Award nominiert und von der New York Times zum zweitbesten amerikanischen Roman der (damals) letzten 25 Jahre gewählt.

    Ob Cronenberg seine Pläne zum “Eastern Promises”-Sequel nun aufgegeben hat, oder ob das Projekt einfach aufgeschoben wurde, bleibt vorläufig unklar. Weniger gut stehen laut /Film die Aussichten auf seine Verfilmung des Robert Ludlum Romans “The Matarese Circle”, die Cronenberg wieder fallengelassen zu haben scheint.

    Die Dreharbeiten zu “Cosmopolis” finden nächstes Jahr in New York und Toronto statt. Cronenberg produziert den Film mit seiner Toronto Antenna Ltd. zusammen mit der Pariser Produktionsfirma Alfama Films.


    Rezension: “The Proposal” mit Sandra Bullock

    Neu im Kino, Rezensionen | 29. Juli 2009 von Karin Schwendimann

    Rezension: "The Proposal" mit Sandra Bullock

    In der bisher erfolgreichsten Komödie mit Sandra Bullock gibt sich der amerikanische Star als oberstrenge Chefin, der eine Landesausweisung droht. Der Versuch einer Scheinehe mit ihrem Assistenten ist Anlass für viele Peinlichkeiten, einige Lacher und solide Unterhaltung.

    Margaret Tate (Sandra Bullock) arbeitet als Chefredaktorin in einem grossen Buchverlag in New York. Von der Belegschaft gefürchtet und gehasst, wird die gebürtige Kanadierin eines Tages mit ihrer Ausschaffung konfrontiert - Margaret hat es nämlich verpasst, sich um ihre Aufenthaltsbewilligung zu bemühen. Um diesem Schicksal zu entgehen, schnappt sie sich kurzerhand ihren unterwürfigen Assistenten Andrew Paxton (Ryan Reynolds) und gibt ihn als ihren Verlobten aus. Um vor dem aufsässigen Beamten in der Einwanderungsbehörde glaubhaft zu wirken, reist Margaret mit Andrew nach Alaska, um seine Familie kennenzulernen. Es folgt ein Wochenende voller Peinlichkeiten.

    Herrische Chefin
    Der Durchbruch in Hollywood gelang der inzwischen 45-jährigen amerikanischen Schauspielerin Sandra Bullock 1994 mit dem Thriller “Speed”, doch seither hat sie sich vor allem als Hauptdarstellerin in romantischen Komödien wie “While You Were Sleeping” (1995), “Forces of Nature” (1999) und “Miss Congeniality” (2000) etabliert. Ihre neue Rom-Com “The Proposal” war im Juni nun in den USA nicht nur der seit zehn Jahren erste Film mit Bullock, der es auf Platz 1 der Kinocharts geschafft hat, sondern entwickelte sich in der Folge auch zu ihrem finanziell erfolgreichsten Streifen überhaupt. Als ausführende Produzentin von “The Proposal” profitiert Bullock davon gleich doppelt.

    Gedreht hat die Geschichte um das Grossstadtmädchen, das auf dem Land  von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, die in Detroit geborene Regisseurin Anne Fletcher, die bisher mit Filmen wie “Step Up” (2006) und “27 Dresses” (2008) eher mässige Erfolge gefeiert hat. Als Ausgangslage dient ihr in “The Proposal” Sandra Bullock in der Rolle einer erfolgreichen Karrierefrau, die ihr Leben streng im Griff hat und für die neben der Arbeit nichts anderes existiert. Ihr gegenübergestellt wird ein von Ryan Reynolds dargestellter, stets bemühter Assistent. Von der Chefin fast schon als Sklave missbraucht, ist er zu allem bereit, um selber die Karriereleiter hochsteigen zu können.

    Solide Unterhaltung
    Die Komik des Films ergibt sich dann daraus, dass Assistent Andrew von der ausschaffungsbedrohten Chefin Margaret vor die Wahl gestellt wird, sie entweder zu heiraten oder sich anderswo nach seinem Traumberuf umzuschauen. Als die beiden zusammen Andrews Familie in Alaska besuchen, wird die Dynamik zwischen den beiden Figuren um 180 Grad gedreht: Während er in seinem vertrauten Umfeld an Selbstsicherheit zurückgewinnt, muss sie als Statdmädchen auf dem Land zeitweise ganz böse unten durch. “The Proposal” reiht an dieser Stelle genretypische Ereignisse aneinander, die teilweise zwar dümmlich daherkommen, meistens aber solide Unterhaltung bieten.

    Die zweite Hälfte des Films lässt dann aber kurzzeitig davon ab, nur auf Lacher aus zu sein. Margaret lernt bei Andrew in Alaska wieder den Wert einer Familie und den Respekt vor anderen Personen kennen. Wir lernen, dass sie ihre eigenen Eltern bereits in jungen Jahren verloren hat. Natürlich kommen sich Margaret und Andrew schlussendlich wirklich näher, und natürlich wird das Happy End nochmals aufgeschoben. Auch wenn “The Proposal” keine bahnbrechend originelle romantische Komödie ist, so hirnrissig wie andere Vertreter dieses Genres (z.B. “P.S., I Love You”) ist sie noch lange nicht. Ausserdem, und dieser Punkt ist bei romantischen Komödien doch massgebend, stimmt die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern.

    Bewertung: 3 Sterne ("ordentlich")

    Infos:
    “The Proposal”, USA 2009, 108 Min., R: Anne Fletcher, D: Sandra Bullock, Ryan Reynolds, Mary Steenburgen, Craig T. Nelson, Betty White, Denis O’Hare, Malin Akerman.

    Im Kino ab: 30.07.2009


    Versteckspiel #19

    Zeitvertreib | 29. Juli 2009 von Lory Roebuck

    Gesucht war vor zwei Wochen in Versteckspiel #18 Daniel Radcliffe als Harry Potter in “Harry Potter and the Half-Blood Prince” (David Yates, 2009). Obschon der Film erst am Tag zuvor im Kino gestartet war, konnte Karin das Rätsel bereits richtig auflösen. Das Originalbild kann hier angeschaut werden.

    Wer ist hinter der Filmklappe versteckt?

    Versteckspiel #19 geht diese Woche etwa eine Dekade zurück. Welchen Schauspieler habe ich im obigen Bild hinter der Filmklappe versteckt? Wie heisst seine Filmfigur? Und aus welchem Film stammt das ursprüngliche Bild überhaupt?

    Wer alle drei Fragen in einem Kommentar zu diesem Beitrag richtig auflöst, erhält einen Punkt; wer immerhin einen Teil des Rätsels korrekt errät, bekommt einen halben.

    Das aktuelle Ranking sieht folgendermassen aus:

    1. Emanuele: 8 Punkte
    2. Karin: 3 Punkte
    3. milhouse: 2.5 Punkte
    4. sickboy: 2 Punkte

    Die Auflösung und Punktevergabe erfolgt dann im Zuge von Versteckspiel #20.


    “Ice Age 3″ schaut wieder auf die Konkurrenz hinab

    Zuschauerzahlen | 28. Juli 2009 von Lory Roebuck

    "Ice Age: Dawn of the Dinosaurs" schaut wieder von oben auf die Konkurrenz hinab

    Obwohl am letzten Wochenende die Besuchszahlen in den Deutschschweizer Kinos um ganze 38% zurückgegangen sind, machen die 139′638 zwischen Donnerstag und Sonntag (23. bis 26.7.) verkauften Kinotickets immernoch einen sehr starken Wert aus - vor allem unter Berücksichtigung des tollen (und kinoabweisenden) Sommerwetters.

    Nach nur einer Woche an der Spitze musste “Harry Potter and the Half-Blood Prince” den ersten Platz in der Besucherrangliste wieder an “Ice Age: Dawn of the Dinosaurs” abtreten, dessen Zuschauerzahl im Vergleich zur Vorwoche zwar auch um mehr als die Hälfte geschrumpft ist, dabei aber insgesamt weniger einbrach als der sechste “Potter”-Film.

    Die 43′928 Besucher von “Ice Age 3″ sind so immerhin rund Sechseinhalbtausend mehr als die 37′337 des Halbblutprinzen. Das Eiszeitabenteuer wurde noch auf 98 Leinwänden gespielt, was einen Zuschauerschnitt von 448 Personen pro Leinwand ergibt. “Harry Potter 6″ kommt auf 105 Leinwänden noch auf eine Zuschauerdichte von 356 Personen pro Leinwand.

    Das Spitzenduo wird von der Neuveröffentlichung “The Hangover” ergänzt, die mit 33′603 Besuchern den dritten Platz für sich beanspruchen konnte. Die amerikanische Filmrisskomödie startete mit “nur” 42 Kopien, weshalb ihr Zuschauerschnitt von 800 Personen pro Leinwand den der beiden höherrangierten Filme deutlich übertrifft.

    Einen Platz abgerutscht ist dafür “Brüno” mit Sacha Baron Cohen, den nur noch 13′156 Kinogänger sehen wollten (Zuschauerschnitt: 219 Personen pro Leinwand). Zwei Plätze gut machen konnte dagegen “Angels & Demons”; die Bestseller-Verfilmung kommt auf 3002 Besucher und einen Schnitt von 250 Personen pro Leinwand.

    Wieder in die Top Ten gerutscht ist dank zwei gut besuchten Openairvorstellungen die Schweizer Komödie “Die Standesbeamtin”, die 2358 Schaulustige sahen und die auf einen dementsprechend ungewöhnlich starken Zuschauerschnitt von 1179 Personen pro Leinwand kommt.

    Diesen Donnerstag stehen mit Michael Manns Gangsterfilm “Public Enemies” (mit Johnny Depp und Christian Bale) und der romantischen Komödie “The Proposal” (mit Sandra Bullock und Ryan Reynolds) gleich zwei grosse Neustarts in unseren Kinos an, die die Zuschauerzahlen der nächsten Woche wohl gross aufmischen werden.

    Hier noch das vergangene Kinowochenende im Gesamtüberblick:

    Deutschschweiz Woche 30: Do 23.7. - So 26.7.2009
    Filmtitel Screens Besucher
    1. “Ice Age: Dawn of the Dinosaurs” 98 43928
    2. “Harry Potter and the Half-Blood Prince” 105 37337
    3. “The Hangover” 42 33603
    4. “Brüno” 60 13156
    5. “Angels & Demons” 12 3002
    6. “Die Standesbeamtin” 2 2358
    7. “State of Play” 14 1873
    8. “Alle anderen” 10 1755
    9. “Transformers: Revenge of the Fallen” 15 1740
    10. “Coco avant Chanel” 9 886

    Totale Zuschauerzahl (Top 10) Deutschschweiz: 139′638.

    Zahlen: SFV.


    Neue Szenenbilder aus “Prince of Persia”

    Ausblicke | 28. Juli 2009 von Lory Roebuck

    Empire hat nach zwei exklusiven Postern zu “Prince of Persia: Sands of Time” nun auch zwei neue Szenenbilder aus der Videospielverfilmung veröffentlicht, auf denen die beiden Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal und Gemma Arerton abgebildet sind:

    Jake Gyllenhaal und Gemma Arterton in "Prince of Persia: Sands of Time"

    Jake Gyllenhaal und Gemma Arterton in "Prince of Persia: Sands of Time"

    “Prince of Persia: Sands of Time” basiert auf der populären Videospielserie und handelt vom abenteuerlichen Prinz Dastan (gespielt von Jake Gyllenhaal), der sich mit der streitsüchtigen exotischen Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) verbünden muss, um einen bösen Adligen (Ben Kingsley) davon abzuhalten, in den Besitz eines Göttergeschenks zu kommen, das den Verlauf der Zeit umdrehen kann.

    Obwohl der vielseitige britische Regisseur Mike Newell (”Four Weddings and a Funeral”, “Donnie Brasco”) vor ein paar Jahren mit “Harry Potter and the Goblet of Fire” gezeigt hat, dass er einen Blockbusterfilm souverän handzuhaben weiss, überzeugen mich die bisherigen Einblicke in “Prince of Persia” nur sehr wenig (damit meine ich aber prinzipiell mal die scheinbare Hochglanzästhetik des Films).

    Meine Hoffnungen für den Streifen erstrecken sich aber noch so weit, dass er vielleicht immerhin ein wenig mehr bietet als die inspirationslosen “The Mummy”-Filme oder das furchtbare “Indiana Jones and the Kingdom of the Crystall Skull”. “Prince of Persia: Sands of Time” startet voraussichtlich am 29. Juli 2010 bei uns im Kino.


    Mila Kunis ist Aronofskys zweite Ballerina in “Black Swan”

    Ausblicke | 28. Juli 2009 von Lory Roebuck

    Mila Kunis in "Forgetting Sarah Marshall" (2007)

    Neuigkeiten um Filmprojekte von Regisseur Darren Aronofsky (”The Wrestler”, “Requiem for a Dream”) sind immer eine Meldung wert, mögen sie noch so klein sein.

    Seit rund einem Monat wissen wir, dass Natalie Portman in Aronofskys kommenden Film “Black Swan” eine ausgediente Ballerina spielt. Diese gerät in den Clinch mit einer aufstrebenden Tänzerin, die entweder eine übernatürliche Gestalt oder aber eine Wahnvorstellung von Portmans Filmfigur ist.

    Wie The Hollywood Reporter nun berichtet, wurde Mila Kunis (”Forgetting Sarah Marshall”, “That 70s Show”) in der Rolle der Ballettrivalin gecastet. Deren Auseinandersetzung mit Portmans Filmfigur rückt im Verlauf der Filmhandlung im Hinblick auf einen grossen Wettbewerb mehr und mehr aus den Fugen.

    Für das Drehbuch zu “Black Swan” zeichnen sich John McLaughlin (”Earth Angels”) und Mark Heyman, der Co-Produzenten von Aronofskys “The Wrestler”, verantwortlich. Die Dreharbeiten am psychologischen Thriller beginnen diesen Herbst in New York.