• Startseite
  • Filmdatenbank
  • Kinostarts
  • Über Cineast.ch
  • Redaktion
  • Impressum
  •  

    Die “Twilight”-Mamas

    Sonstiges | 30. November 2009 von Lory Roebuck

    Aus meiner Rezension zu “The Twilight Saga: New Moon”: “Dass eine solch mittelalterliche, puritanische Ideologie in der aufgeklärten westlichen Welt junge (und nicht so junge) Frauen scharenweise in ihren Bann zieht, ist sehr erstaunlich.” Passend dazu folgendes Bild:

    "Twilight"-Moms

    Sinngemäss: Man stelle sich vor, 40-jährige Männer würden sich derart über 17-jährige Mädchen ereifern. Es würde wohl nicht lange dauern, bis die Autoritäten einschritten.

    (Bild via Reddit.)


    Versteckspiel #23

    Wettbewerb | 30. November 2009 von Lory Roebuck

    Versteckspiel #23: Wer versteckt sich hinter der Filmklappe?

    Nun sind wir schon beim dritten Bild seit der Neulancierung dieser Rätselserie als Gewinnspiel angelangt – und wie immer gilt es, folgende drei Punkte zum obigen Bild korrekt aufzulösen:

    1. Welche Filmfigur habe ich hinter der Filmklappe versteckt?
    2. Von welchem Schauspieler bzw. welcher Schauspielerin wurde diese im Film dargestellt?
    3. Aus welchem Film stammt das ursprüngliche Bild?

    Wer alle drei Fragen richtig beantworten kann, schickt die Lösungen unter Nennung eines persönlichen Benutzernamens an untenstehende E-Mailadresse. Wer zuerst alles richtig auflöst, erhält im Gewinnspiel einen Punkt; kann davor jemand zumindest einen Teil des Rätsels auflösen, gibts dafür einen halben Punkt:

    Lösungen emailen an die Adresse versteckspiel@cineast.ch

    Nachdem ich bei Versteckspiel #21 ein reges Teilnahmeinteresse feststellen konnte (ich erhielt 5 richtige Auflösungen innerhalb der ersten 20 Minuten nach Aufschalten des Beitrags), wusste bislang noch überhaupt niemand etwas mit Versteckspiel #22 vom letzten Mittwoch anzufangen.

    Entweder war die (doppelte) Auflösung des Bildrätsels dieses Mal zu schwierig, oder aber der Beitrag ging unter den anderen Artikel der Woche irgendwie verloren. Das bedeutet natürlich, dass für die korrekten Antworten zu Versteckspiel #22 nach wie vor Punkte verdient werden können.

    Zur Orientierung: Erst nachdem von einem Teilnehmer die richtigen Antworten eingegangen sind, wird ein Versteckspiel von mir mit dem Originalbild offiziell aufgelöst. Das tue ich im Zuge des darauffolgenden Versteckspiels, und zu diesem Zeitpunkt werden auch die Punkte unter Nennung des Benutzernamens an den ersten Auflöser verteilt.

    Wer dem Wettbewerb erst jetzt beigetreten ist – kein Problem. Bislang wurde erst ein einziger Punkt vergeben. Zeit genug für alle, das Rennen für sich zu entscheiden. Jede Woche werden zwei bis drei neue Versteckspiele publiziert, und wer bis zum 28. Dezember die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt folgende drei DVDs:

    Versteckspielpreise: Zu gewinnen gibt es die DVDs von "Let The Right One in", "Revanche" und "Man on Wire"

    “Let The Right One In” von Tomas Alfredson, “Revanche” von Götz Spielmann und “Man on Wire” von James Marsh – drei der besten Filme des Kinojahres 2009. Sprich: Die Teilnahme am Wettbewerb zahlt sich aus. Und die Auflösung von Versteckspiel #23 heute sollte wirklich für jede(n) in Reichweite liegen.


    Terry Gilliams vier Tonys in “The Imaginarium of Doctor Parnassus”

    Ausblicke | 30. November 2009 von Lory Roebuck

    Terry Gilliams vier Tonys in "The Imaginarium of Doctor Parnassus"

    Am 28. September 2009 war Schweizer Premiere am Zurich Film Festival, am 7. Januar 2010 wird “The Imaginarium of Doctor Parnassus” endlich ins normale Kinoprogramm aufgenommen. Das wunderbar fantasievolle Werk von Terry Gilliam (”12 Monkeys”, “Brazil”) ist der letzte Film, in dem Heath Ledger vor seinem Tod noch mitgewirkt hat.

    Der posthum mit einem Oscar gekrönte australische Darsteller (”The Dark Knight”) verstarb inmitten der Dreharbeiten zu Gilliams Film, worauf der Regisseur das Projekt zunächst komplett einstellen wollte. Dank dem generösen Einsatz von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell konnte Gilliam seinen Film schliesslich doch noch abdrehen.

    Depp, Law und Farrell schlüpften für die noch ausstehenden Szenen in die Rolle von Ledgers Filmfigur Tony, was Gilliam dann sehr schön in die Filmhandlung eingewoben hat: Ledgers Tony betritt durch ein Spiegelkabinett drei Mal eine Parallelwelt – und bei jedem Besuch wird Tony von einem anderen Darsteller gespielt.

    Hier ein visueller Überblick der vier Tonys:

    Tony 1 – Heath Ledger:

    Tony 1: Heath Ledger

    Tony 2 – Johnny Depp:

    Tony 2: Johnny Depp

    Tony 3 – Jude Law:

    Tony 3: Jude Law

    Tony 4 – Colin Farrell:

    Tony 4: Colin Farrell

    “The Imaginarium of Doctor Parnassus” handelt von einem Wandertheater, dessen Besitzer (Christopher Plummer) seine Gäste durch einen magischen Spiegel hindurch ins Reich ihrer eigenen Fantasie führt. Dort buhlt Doctor Parnassus aber in einem Kampf gegen den Teufel (Tom Waits) um die Gunst ihrer Seelen.

    Auf dem Spiel steht Valentina (Lily Cole), Parnassus’ bezaubernde Tochter. Als der Teufel sie als Gegenleistung für einen uralten Pakt einfordert, kommt Parnassus die Hilfe von Tony (Ledger) gerade recht. Doch die Vergangenheit des charmanten Fremden, der sein Gedächtnis verloren hat, birgt ein dunkles Geheimnis.

    Wer den bildstarken Trailer zu “The Imaginarium of Doctor Parnassus” noch nicht gesehen hat, kann das in diesem Beitrag nachholen. Unsere Rezension des Fantasyfilms kann derweil hier eingesehen werden. Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Deutschschweizer Kinostart des Film am 7. Januar 2010.


    Erste Informationen zum Schweizer Filmpreis 2010

    Filmauszeichnungen, Schweizer Film | 27. November 2009 von Lory Roebuck

    Der Schweizer Filmpreis "Quartz"

    Wie ich bei Kollege Thomas Hunziker auf Filmsprung.ch erfahren habe, hat das Bundesamt für Kultur (BAK) diese Woche erstmals über den Schweizer Filmpreis Quartz 2010 orientiert. Wie bereits im Frühjahr dieses Jahres sollen die höchsten Auszeichnungen für das nationale Filmschaffen in einer Galaveranstaltung am 6. März 2010 im KK Luzern vergeben werden.

    Wieder werden die Nominierungen in den acht Kategorien Bester Spielfilm, Bester Dokumentarfilm, Bester Kurzfilm, Bestes Drehbuch, Beste Darstellerin, Bester Darsteller, Bestes schauspielerisches Nachwuchstalent und Beste Filmmusik im Rahmen der Solothurner Filmtage am 27. Januar 2010 bekannt gegeben. Dazu kommt nächstes Jahr auch ein Spezialpreis der Jury.

    Die Mitglieder der Nominationskommission sind Frédéric Choffat (Regisseur), Myriam Flury (Cutterin), Corinna Glaus (Casting), Ivo Kummer (Festivaldirektor), Kurt Mäder (Produzent), Stéphane Mitchell (Drehbuchautorin), Mariano Morace (Filmkritiker), Alexandra Prusa (Schauspielerin) und Elena Tatti (Produzentin).

    Dass das Nominationsverfahren in Zusammenarbeit mit der Schweizer Filmakademie stattfindet, ist neu. Das BAK wollte schon nach dem Quartz 2009 die Durchführung des Schweizer Filmpreises an die von Regisseur Fredi M. Murer (”Vitus”) präsidierte Filmakademie abtreten, diese wollte aber ursprünglich davon absehen (vgl. unser Bericht vom 27. Mai).

    Inzwischen hat die Filmakademie eine Übergangslösung des BAK angenommen, nach der die Stiftung Swiss Films in Zusammenarbeit mit der Filmakademie in Zukunft die Organistion des Filmpreises und die Koordination des Nominierungsverfahrens übernimmt. Es ist dies ein vernünftiger Schritt, der das BAK von Entscheidungsprozessen an Filmen distanzieren soll, die der Bund selber gefördert hatte.

    Das Schweizer Fernsehen hatte am 7. März 2009 die Verleihung des Schweizer Filmpreises 2009 im Rahmen eines zehnstündigen Spezialprogramms übertragen. Ob für 2010 wieder eine “lange Nacht der Schweizer Films” ansteht, die dem TV-Publikum das nationale Filmschaffen und die nominierten Filme näherbringen soll, ist bislang noch ungewiss.


    Carla Bruni erhält Rolle in Woody Allen-Film

    Ausblicke | 26. November 2009 von Lory Roebuck

    Carla Bruni (Bild: Vanity Fair)

    Nächste Woche läuft mit “Whatever Works” der neue Film des immerfleissigen Woody Allen in unseren Kinos an. Darin kehrt der amerikanische Filmemacher nach seinen produktionstechnischen Abstechern nach England (”Match Point”, “Scoop”, “Cassandra’s Dream”) und Spanien (”Vicky Cristina Barcelona”) wieder ins heimische New York zurück.

    Sein nächster Film ist aber inzwischen schon wieder komplett im Kasten. “You Will Meet a Tall Dark Stranger”, mit Darstellern wie Antonio Banderas, Josh Brolin, Anthony Hopkins, Freida Pinto und Naomi Watts erneut in London abgredreht, handelt von den Liebesverflechtungen verschiedener Mitglieder derselben Familie.

    Allen blickt aber schon weiter in die Zukunft und plant jetzt bereits seinen überübernächsten Film. Dieser ist als romantische Komödie angelegt und soll in Paris spielen. Im vergangenen Juni hatte Allen noch den französischen Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy und dessen Frau Carla Bruni persönlich kennengelernt.

    Allen liess die Gelegenheit nicht aus, Bruni eine Rolle in seinem neuen Film anzubieten. Bruni hat nun im Fernsehen verraten, dass sie eingewilligt hat. Wie das mit Schauspielern in kommenden Allen-Projekten so üblich ist, hat Bruni bislang aber noch überhaupt keine Ahnung, was für eine Figur sie spielen wird:

    “Er bot mir eine Rolle in seinem nächsten Film an,” so Bruni gegenüber Canal Plus, “für was für eine Figur weiss ich nicht, aber ich habe zugesagt. Ich bin überhaupt keine Schauspielerin. Vielleicht werde ich grauenhaft sein. Ich kann in meinem Leben allerdings solch eine Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen.”


    Erste Details zum vierten (und letzten) “Shrek”

    Ausblicke | 26. November 2009 von Lory Roebuck

    Shrek mit Rumpelstilzchen in "Shrek Forever After"

    Vor etwas mehr als 8 Jahren erhielten die führenden amerikanischen Animationsstudios Disney und Pixar (damals noch getrennt) unerwartet Konkurrenz. Die neue Animationsabteilung von DreamWorks schaffte mit “Shrek” 2001 einen Publikumsrenner, der auf erfrischende Weise die starrgewordene Märchentrickfilmwelt neu aufrüttelte.

    Gleich darauf verfiel DreamWorks Animation mit den beiden Sequels “Shrek 2″ (2004) und “Shrek the Third” (2007) ironischerweise wieder den gängigen Genreklischees, die der erste Film so toll subvertiert hatte. Dieser Niedergang hat noch nicht seinen Tiefpunkt erreicht, aber mit Teil 4 soll die Serie immerhin definitiv abgeschlossen werden.

    USA Today hat zu “Shrek Forever After” (so der Filmtitel, der auf Werbeplakaten bestimmt als Shrek 4-ever After zu lesen sein wird) nun die ersten Informationen veröffentlicht. Shrek ist darin scheinbar zum Stubenhocker mutiert und um sein Ogre-Mojo zurückzugewinnen, geht er einen Deal mit Rumpelstilzchen ein.

    Als dieser Pakt aber aus dem Ruder läuft, findet er sich plötzlich in einer alternativen Version des Königreichs Far Far Away wieder, in der es ihn nie gegeben hat. Hier zieht Donkey Wagen und Puss in Boots tauscht sein Schwert gegen einen rosafarbenen Bogen. Und natürlich regiert der hinterlistige Rumpelstilzchen das Land.

    Ein erster Trailer zu “Shrek Forever After” soll Mitte Dezember erscheinen und in den USA vor Kinovorstellungen von “Avatar” gespielt werden (was Sinn macht, da beides 3D-Filme sind). Regie führt Mike Mitchell (”Duce Bigelow”, “Sky High”), Deutschschweizer Kinostart ist der 8. Juli 2010.


    Rezension: “Novemberkind” von Christian Schwochow

    Neu im Kino, Rezensionen | 26. November 2009 von Nicky Schaefer

    Mit seinem Erstling präsentiert der ostdeutsche Regisseur ein Stück Vergangenheitsbewältigung – und zugleich seine Abschlussarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg.

    Die Bibliothekarin Inga (Anna Maria Mühe), aufgewachsen bei ihren Grosseltern in einem kleinen Dorf in Mecklenburg, hat ihre Eltern nie kennengelernt. Da besucht sie der süddeutsche Akademiker Robert (Ulrich Matthes), der weiss, dass Ingas Mutter gar nicht in der Ostsee ertrunken ist, wie Oma und Opa immer behauptet haben. Robert, der in Freiburg Creative Writing unterrichtet, behauptet, er habe ihre Mutter Anne vor kurzer Zeit in Konstanz angetroffen. Für Inga bricht eine Welt zusammen…

    Vergangenheitsbewältigung
    Bald schon merkt Inga, dass eigentlich alle davon wissen – ausser sie. Ihre Mutter lebt – ausgerechnet im Süden. “Novemberkind” ist eine schön gemachte Abschlussarbeit, die mit schwäbischem und ostdeutschen Charme, Humor und Einfühlungsvermögen besticht. Nicht ganz zu überzeugen vermögen allerdings gerade die Szenen, die in der Vergangenheit spielen. Hier erinnert der Film etwas an “Vier Minuten” und ähnliche Filme, die deutsche Vergangenheitsbewältigung betreiben. Das historische Drama ist eben ein schwieriges Fach; und selbst – oder vielleicht gerade – wenn nur ein Teil der Handlung in der Vergangenheit spielt, ist die Gefahr, dass das alles dröge und unauthentisch wirkt, sehr gross.

    Wurzeln im Theater
    Wirklich fatal ist aber, dass die Story in dramaturgischer Hinsicht nicht zu fesseln vermag. Alles plätschert so vor sich hin – hier wäre es besser gewesen, mit der kleineren Kelle zuzubereiten und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Christian Schwochow hat sich für seinen Erstling wohl einfach zu viel vorgenommen – und kann seine Versprechen deshalb nur zum Teil einlösen. Das Drehbuch zu “Novemberkind” hat er zusammen mit seiner Mutter Heide geschrieben, ihres Zeichens Theater-, Radio- und Kinofrau. Die Wurzeln im Theater ist dem Film dabei immer wieder anzumerken.

    Ost-West-Story fürs Fernsehen
    Verglichen mit “Giulias Verschwinden” besticht zwar der Film durch seine filmische Sprache, ist aber doch in vielem näher beim Fernsehspiel denn bei der grossen Leinwand. Weshalb denn einen Film drehen, wenn es ein autobiografischer Roman auch tun würde? Aber genug der Schelte. Von Christian Schwochow darf man noch einiges erwarten. Und “Novemberkind” ist trotz allem eine einfühlsame Ost-West-Story.

    Infos:
    “Novemberkind”, Deutschland 2008, 95 Min., R: Christian Schwochow, D: Anna Maria Mühe, Ulrich Matthes, Christine Schorn, Herman Beyer, Yevgeni Sitokhin, Ilja Pletner.

    Im Kino ab: 26.11.2009


    Spektakuläres Video: Bullet-Time Szene aus “The Matrix” mit LEGO nachgedreht

    Sonstiges | 26. November 2009 von Lory Roebuck

    "The Matrix" in LEGO

    Im Sommer 1999 versetzte ein noch nie zuvor gesehener Computertrick das Publikum von “The Matrix” ins Staunen: Beim sogennanten Bullet Time-Spezialeffekt bewegte sich die Kamera um die scheinbar in der Zeit eingefrorenen Filmfiguren herum, um rapide Pistolenschüsse gut sichtbar und aus unterschiedlichen Winkeln darzustellen.

    Die Technik geht zwar in Wirklichkeit auf das Jahr 1967 und die japanische Zeichentrickserie “Speed Racer” (von den “Matrix”-Regisseuren Larry und Andy Wachowski 2008 verfilmt)  zurück, populär gemacht wurde sie aber erst durch den Erfolg von “The Matrix” – was mit einem Oscar gewürdigt wurde.

    /Film hat nun ein Video entdeckt, deren Macher die berühmte Bullet Time-Ausweichszene aus “The Matrix” mit Figuren und Bausteinen aus LEGO nachgefilmt haben. Der rund eineinhalb-minütige Clip beanspruchte einen minutiösen Arbeitsaufwand von rund 440 Stunden (!) – doch das Ergebnis lässt sich sehen:

    Wirklich spektakulär ist aber erst der direkte side-by-side Vergleich der Filmszene und der in LEGO nachempfundenen Sequenz in einem zweiten Video. Hierbei wird ersichtlich, wie die Macher kleinste Details und haargenaues Timing berücksichtigt haben:

    Gedreht wurde der Clip mit einer Canon 850IS Kamera und einem Budget von 500 US-Dollar in zeitaufwändiger Stop-Motion Manier. Den ganzen Film “The Matrix” in LEGO nachzudrehen würde nach Angaben der Macher schlappe 25 Jahre in Anspruch nehmen.

    Infos und weitere Zauberstücke gibts auf legomatrix.com.


    Rezension: “The Twilight Saga: New Moon” von Chris Weitz

    Neu im Kino, Rezensionen | 25. November 2009 von Lory Roebuck

    Die von zahlreichen Fans heiss ersehnte erste Fortsetzung der puritanischen Vampirromanze “Twilight” ist produktionstechnisch weitaus gelungener als ihr Vorgänger. Das Sequel leidet aber erheblich an seiner erzählerischen Schwäche.

    Bella Swann (Kristen Stewart) feiert ihren 18. Geburtstag bei ihrem Geliebten Vampirfreund Edward Cullen (Robert Pattinson). Beim Öffnen eines Geschenks schneidet sie sich an der Hand, worauf Edwards Vampirfamilie dem Geruch ihres Blutes zu erliegen droht. Edward kann die Katastrophe gerade noch abwenden, sieht aber ein, dass er sich von Bella trennen muss, will er sie keiner weiteren Gefahr aussetzen. Die Cullens verschwinden plötzlich ohne Spur. Aus einer monatelangen Depression verhilft Bella erst die Suche nach dem Nervenkitzel, bei der ihr jedesmal Edward als warnender Geist erscheint, und ihr Kindheitsfreund Jacob Black (Taylor Lautner), der aber ebenfalls mehr ist als nur ein weiterer Junge von nebenan. Bella und Jacob kommen sich näher, doch dann erfährt Bella plötzlich, dass Edward bei den Volturi, einem adligen Vampirsgeschlecht in Italien, seinen eigenen Tod provozieren will, weil er glaubt, Bella habe Selbstmord begangen. Entgegen Jacobs Flehen reist sie zu Edward, um ihn von seinem Vorhaben abzuhalten.

    Das Twilight-Phänomen
    Der Vampirliebesroman “Twilight” von Autorin Stephenie Meyer entwickelte sich nach seiner Erstveröffentlichung 2005 in den USA schlagartig zum Bestseller. Die inzwischen vierteilige Buchserie hat sich bisher über 40 Millionen Mal verkauft und eine riesige Fangemeinschaft nach sich gezogen, die der von “Harry Potter” zuerst Konkurrenz machte und nun den Rang abzulaufen scheint. Das amerikanische Independentstudio Summit Entertainment roch den Goldesel am schnellsten und brachte im Herbst 2008 mit “Twilight” die gleichnamige Verfilmung des ersten Bands ins Kino. Dass sich die junge Fangemeinde auch fürs Kino gewinnen lassen kann, zeigte sich daran, dass die Verfilmung von Catherine Hardwicke dem Studio nicht weniger als 350 Millionen Dollar in die Kassen spülte. Konsequenterweise leitete Summit schnellstmöglich die Verfilmung von Band 2, “New Moon”, in die Gänge. Und so kommt der wiedererkennungshalber als “The Twilight Saga: New Moon” betitelte Film nun bereits ein Jahr nach dem Kinorelease von “Twilight” auf die Grossleinwand – mit einem viel grösseren Produktionsbudget ausgestattet und einem erfahreneren Regisseur am Ruder.

    “The Twilight Saga: New Moon” kommt beides zugute. Die zusätzlichen finanziellen Mittel sind jeder Einstellung des Sequels anzusehen. Die Kameraaufnahmen sind grandioser, die Soundeffects machen mehr Eindruck, die Vampire sehen nicht mehr wie überschminkte B-Movie Albinos aus und die Computereffekte und Actionsequenzen können sich mit anderen Blockbustern messen lassen. Regisseur Chris Weitz, der mit “The Golden Compass” 2007 Erfahrung bei der Verfilmung eines Fantasyromans sammeln konnte, kehrt mit “New Moon” dankenswerterweise von der unterkühlten und ungemein prätentiösen Emo-Goth-Ästhetik des Vorgängerfilms ab. Im Gegensatz zu Hardwickes Szenen strotzen die von Weitz nicht mehr vor peinlich erzwungener Teenie-Unbehaglichkeit, und der blassbleiche Vampir Edward Cullen macht auch nicht mehr ständig den Eindruck, als müsse er sich jeden Moment übergeben. Zuguterletzt muss man Weitz noch anrechnen, dass seine Verfilmung so etwas wie eine kohärente Narration, ein roter Faden, durchzieht – nach Hardwickes stackeliger Aneinanderreihung von Sequenzen aus der Romanvorlage definitiv eine Steigerung.

    Handlungsschleife mit biederer Protagonistin
    Dass man bei “New Moon” trotzdem nicht von einem gelungenen Film sprechen kann, liegt vor allem daran, dass die eigentliche Filmhandlung ziemlich bieder ist. Zwar wird gleich zu Beginn mit einem Traum, in dem sich Protagonistin Bella Swann als alte Dame neben ihrem ewigjungen Vampirherzbub Edward sieht, ein interessanter Themenbogen eröffnet, doch selbst nach einer Anreicherung mit Versatzstücken aus “Romeo & Julia” (Freitod als Reaktion auf das Ableben des Geliebten) läuft das Ganze mehrheitlich auf eine Wiederholung des ersten Films hinaus: Bella verliert ihr familiäres Umfeld (in Teil 1 zieht sie in eine neue Stadt, in Teil 2 wird sie von den Cullens verlassen) und kommt in ihrer Isolation einem hübschen Jungen näher (1: Edward Cullen, 2: Jacob Black), bevor sich dann allerdings herausstellt, dass dieser Junge in Wirklichkeit ein monströses Fabelwesen ist (1: Vampir, 2: Werwolf), das sie beschützen will und gleichzeitig in Gefahr bringt. Diese thematische Repetition schadet dem Film umso mehr, als dessen Handlung zu einem grossen Teil, als wir etwa eine Stunde lang im Zuge von Bellas Depression über die Vorgeschichte des Quileute-Stamms und ihrer Verbindung zu Wölfen lernen, nur schwerfällig voranschreitet und kaum Spannung zu erzeugen vermag.

    Das wirklich Schlimme an “New Moon” ist aber, dass Bella Swann in diesem Teil eine ganz misslungene Protagonistin hergibt. Als Sympathieträgerin und Projektionsfläche für die Emotionen der Zuschauer versagt diese Figur vollkommen. Schuld daran ist nicht Darstellerin Kristen Stewart, die Solides leistet (aber eher in anderen Filmen wie “Into the Wild” oder “Adventureland” ihr Können unter Beweis stellt), sondern das Script: Bella kriegt von “ihren” Männern Edward und Jacob eine chauvinistische Besitzgier entgegengebracht, die sie – ebenso verwerflich – selbstsüchtig (und in vollem Bewusstsein davon) ausnutzt. So gibt sie dem hoffnungslos in sie verliebten (und neu ungemein muskelbepackten) Jacob zu verstehen, dass sie seine Gefühle nicht erwidern kann, ihn aber unbedingt weiterhin als Freund braucht, um über Edward hinwegzukommen. In einfältigen Szenen sucht Bella dann den Adrenalinstoss, damit ihr Edward als Halluzination erscheint, um sie zu ermahnen. Wen ihre Aktionen verletzen, das ist ihr egal: Narzissmus pur. Ob man das Melissa Rosenbergs Drehbuchadaption oder Stephenie Meyers Roman zur Last legen muss, werden diejenigen besser beantworten können, die mit der Vorlage vertraut sind.

    Puritanische Parabel
    Die konservative Moral der Geschichte dagegen lässt sich eindeutig auf Stephenie Meyer zurückführen. Die Storys der gläubigen Mormonin lassen sich auch als Parabel für sexuelle Abstinenz lesen. Der Vampirbiss (Penetration) und der Akt des Blutsaugens (Austausch von Körperflüssigkeiten) ist zwar nicht erst seit “Twilight” eine Metapher für den Geschlechtsverkehr, doch Meyer treibt dieses Bild in “New Moon” an ihren ganz rechten Rand: Während im ersten Film das Küssen zwischen Edward und Bella gefährlich war, weil es den Vampir zum Biss verführen könnte, pocht Bella in Teil 2 inzwischen darauf, dass Edward sie per Biss in einen Vampir umwandelt (d.h. ihr ihre Jungfräulichkeit nimmt). Edward, der romantische Archetyp des gothischen Romans, sträubt sich lange dagegen, willigt aber ganz am Schluss doch noch ein – aber nur unter dem Vorbehalt, dass Bella ihn zuerst heiratet. Dass eine solch mittelalterliche, puritanische Ideologie in der aufgeklärten westlichen Welt junge (und nicht so junge) Frauen scharenweise in ihren Bann zieht, ist sehr erstaunlich.

    Infos:
    “The Twilight Saga: New Moon”, USA/Kanada 2009, 130 Min., R: Chris Weitz, D: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Ashley Greene, Billie Burke, Rachel Lefevre, Peter Facinelli, Anna Kendrick, Michael Sheen, Dakota Fanning.

    Im Kino ab: 25.11.2009


    Versteckspiel #22: Gewinnspiel

    Wettbewerb | 25. November 2009 von Lory Roebuck

    Wer ist hinter der Filmklappe versteckt?

    In Versteckspiel #22 müssen gleich zwei Personen erkannt werden. Alle drei Fragen verlangen deshalb zwar eine doppelte Antwort, aufzulösen gilt es aber wie immer die selben drei Punkte: Welche Darsteller verstecken sich im Bild oben hinter der Filmklappe? Wie heissen ihre Filmfiguren? Und aus welchem Film stammt das ursprüngliche Bild?

    Die erste Person, die alle drei Punkte richtig auflösen kann, erhät einen Punkt; sollte davor jemand eine korrekte Teilantwort abgegeben haben, gibts dafür einen halben. Eure Antworten bzw. Lösungsansätze schickt ihr bitte per E-Mail an die folgende Adresse (bitte nennt mir auch einen Benutzernamen, unter dem ich eure allfälligen Punkte notieren kann):

    Lösungen emailen an die Adresse versteckspiel@cineast.ch

    Nachdem ich mit Versteckspiel #21 diese Rateserie als Gewinnspiel neulanciert habe, konnte ich feststellen, dass das Interesse an einer Teilnahme gestiegen ist. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich drei grossartige Filme auf DVD als Preis für den grössten Punktesammler in Aussicht gestellt habe:

    Versteckspielpreise: Zu gewinnen gibt es die DVDs von "Let The Right One in", "Revanche" und "Man on Wire"

    “Let The Right One In” von Tomas Alfredson, “Revanche” von Götz Spielmann und “Man on Wire” von James Marsh – drei der besten Filme des Kinojahres 2009. Wer bis zum 28. Dezember die meisten Punkte gesammelt hat, erhält die drei begehrenswerten DVDs zum Jahresende von mir per Post zugestellt.

    Den ersten Punkt in diesem Wettbewerb konnte cineast.ch-Leser Felix Bartos für sich verbuchen, der Versteckspiel #21 mit einem hochdünnen Vorsprung als Erster richtig auflösen konnte. Gesucht war John Turturro als Jésus im Film “The Big Lebowski” (1998, Joel Coen). Das Originalbild kann hier eingesehen werden.