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    Carey Mulligan: Eine Hommage an Sally Sparrow

    Aktuelle Themen, Sonstiges | 25. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Carey Mulligan: Als Sally Sparrow in "Doctor Who" (2007), als Jenny in "An Education" (2009)

    Ich weiss, ich bin mit meiner Besprechung von Lone Scherfigs leisem Coming-of-age Drama “An Education” (ab heute im Kino) etwas im Rückstand. Diesen Film darf sich aber niemand entgehen lassen, nur schon wegen dem bezaubernden britischen Shooting Star Carey Mulligan, ihrerseits aktuelle BAFTA-Gewinnerin und Oscarnominierte.

    Wer wie ich ein “Doctor Who”-Fan ist, kannte Carey Mulligan wohl schon Jahre vor ihrem Durchbruch in “An Education”. Mulligan spielte in einer einzigen (aber der vielleicht besten) Folge (”Blink”, 2007) der kultigen Sci-Fi-TV-Serie, in der der titelgebende Doctor ungewöhnlicherweise kaum auftrat, die investigative Sally Sparrow.

    Nach “Blink” wünschten sich tausende “Doctor Who”-Anhänger mehr Auftritte von Sally Sparrow, die dank Mulligans Charme dem Doctor in seiner eigenen Sendung ebenbürtig war. Leider wurde daraus nichts – oder vielleicht zum Glück: Carey Mulligan kann so ihren Senkrechtstart in Hollywood angehen.

    Hier trotzdem eine kleine Hommage: an die wunderbare Sally Sparrow, an den Ursprung eines jungen Schauspieltalents, an meine Lieblingsfolge aus “Doctor Who”. Der Clip fasst die Episode zusammen, die passende Musik dazu ist der Song “Headlock” von Imogen Heap:

    Und nicht vergessen: “An Education” (nach einem Drehbuch des britischen Autors Nick Hornby) läuft ab heute in den Deutschschweizer Kinos – nicht verpassen! Infos und den Trailer zum Film gibt es in unserer Datenbank, die Rezension folgt baldmöglichst.


    Ian McShane spielt Blackbeard in “Pirates 4″

    Ausblicke | 25. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Ian McShane

    Penelope Cruz wird Johnny Depp in “Pirates of the Carribean: On Stranger Tides” zur Seite stehen (vgl. Bericht), Ian McShane ihm gegenüber. Der “Deadwood”-Star wird laut The Hollywood Reporter in Disneys viertem Piratenabenteuer Captain Jacks berüchtigten Widersacher Blackbeard spielen.

    Der Pirat Blackbeard hiess ursprünglich Edward Teach und war Kapitän der Queen Anne’s Revenge, mit deren Besatzung er im frühen 18. Jahrhundert in der Karibik sein Unwesen trieb. Teach war aber nicht blutrünstig, sondern ein smarter Geschäftsmann, der seinen gefürchteten Ruf als Druckmittel einsetzte.

    Über die Handlung von “Pirates of the Carribean: On Stranger Tides” ist bislang nur bekannt, dass für Depps Captain Jack die Suche nach dem Fountain of Youth, dem Jungbrunnen, ansteht – wie das Ende von “Pirates of the Caribbean: At World’s End”, Teil 3 in der Serie, angedeutet hatte.

    “Nine”-Regisseur Rob Marshall wird den neuen Piratenfilm nach einem Drehbuch des Autorendous Terry Rossio und Ted Elliot (”Pirates” 1-3) inszenieren. Der Kinostart von Teil 4 ist für den Mai 2010 geplant, Orlando Bloom und Keira Knightley werden als Hauptdarsteller nicht mehr zurückerwartet.


    “The Man of Steel” hebt ab – dank “Batman”-Duo Chris Nolan und David Goyer

    Ausblicke | 25. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Der Mann aus Stahl

    Als “X-Men”-Regisseur Bryan Singer im Sommer 2006 den Mann aus Stahl am Anfang einer geplanten neuen Kinoserie in “Superman Returns” wieder abheben liess, resultierte daraus vornehmlich ein Absturz: Die teure Produktion spielte “nur” etwa 390 Millionen Dollar ein, das Studio hatte mindestens eine halbe Milliarde erwartet.

    Warner Bros. und Legendary Pictures stellten dem Sequel deshalb ein weitaus tieferes Budget zu, doch die Dreharbeiten mussten wiederholt verschoben werden: zunächst wegen Singer, der lieber “Valkyrie” (2008) drehen wollte, dann wegen dem Autorenstreik in Hollywood. Konsequenterweise wurde das Projekt bald darauf ganz in den Sand gesetzt.

    Singer dreht jetzt lieber einen Kinofilm zu “Battlestar Galactica” (basierend auf der Originalserie aus den Siebzigern, nicht auf der bahnbrechenden Neuauflage von 2003 bis 2009), während Warner und Legendary ein Reboot zur Serie angesetzt haben: alles nochmal von vorne, obwohl auch “Superman Returns” schon eine halbe Neulancierung war.

    Für “The Man of Steel”, wie der neue Film heissen soll, haben die Studios kurzerhand “The Dark Knight”-Regisseur Chris Nolan, der für sie bereits die Batmanserie zu unglaublichem neuem Erfolg geführt hat, als Supervisor – nicht als Regisseur – engagiert. Aus dem Batman-Camp stösst nun ein weiterer dazu: David Goyer.

    Goyer hat zwar letztes Jahr den lahmen Horrorfilm “The Unborn” verbrochen, auf ihn gehen aber auch das Script zu “Batman Begins” sowie (in Zusammenarbeit mit Chris Nolan) die Storygrundlage zu “The Dark Knight” zurück. Dieser Goyer wird nun für Warner und Legendary das Drehbuch zu “The Man of Steel” verfassen, wie Latino Review enthüllt hat.

    Laut dem Bericht der Seite wird Goyer die Supermanfigur wieder der Auslegung in der sechsteiligen Comicvorlage (1986) von John Byrne annähern: Modern, glaubwürdig, FUN! Byrnes Superman-Inkarnation hatte bedeutend weniger Kräfte, war als Clark Kent viel extrovertierter und hatte noch lebende Pflegeeltern.

    Latino Review berichtet weiter, dass in Goyers Geschichte neben Lex Luthor auch der Schurke Brainiac auftaucht. “The Man of Steel” soll gar keine Originstory werden sondern wird davon ausgehen, dass das Publikum mit Figuren wie Lois, Clark, Jimmy und Perry bereits vertraut sind. Der Film soll für spätere Sequels eine Mythologie Kryptons andeuten.

    Derweil berichtet IGN, dass Goyer sogar noch “The Dark Knight”-Mitautor Jonathan Nolan (Chris Nolans Bruder) bei “The Man of Steel” zur Seite stehen wird. Laut IESB hat Jonathan Nolan inzwischen schon seinen ersten Drehbuchentwurf zu “Batman 3″ eingereicht. Eine offizielle Bestätigung all dieser Infos bleibt noch abzuwarten.


    Retrospektive: “28 Days Later” (2002) von Danny Boyle

    Retrospektiven | 25. Februar 2010 von Sarah Geser

    Retrospektive: "28 Days Later" (2002) von Danny Boyle

    Keine Rubrik innerhalb des Horrorgenres ist so groß wie die Zombieabteilung. Zombiefilme gibt es in Massen. Für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. Lebende Tote oder infizierte Kannibalen übten schon immer eine gewisse Faszination aus.

    Aus diesem Grund habe ich schon eine erstaunliche Menge an Filmen über, von oder mit Untoten gesehen. Aber kein Film hat mich jemals wieder so geflasht wie “28 Days Later”. Warum? Das ist ganz einfach zu erklären. Die Handlung ist relativ simpel: Jim, ein Fahrradkurier, wacht nach 28 Tagen in einem Krankenhaus auf. Die Welt um ihn herum hat sich in dieser Zeit drastisch verändert. London ist ausgestorben. England ist verlassen. Großbritannien ist tot. Wobei… nicht ganz tot.

    Zombiemassen
    Ein im Testlabor entstandener Virus hat fast die gesamte britische Bevölkerung in hirnlose Zombiemassen verwandelt. Die Ansteckungsgefahr ist groß: Gelangt Zombieblut in deinen Körper, bist du bald einen von ihnen. So simpel ist es. Jim trifft auf Selena, die ihm das Leben rettet und mit der zusammen er sich durch die verseuchte und ausgestorben wirkende Stadt London kämpft. Auf ihrer Odyssee durch die postapokalyptische Szenerie treffen sie auf Taxifahrer Frank und seine fünfzehnjährige Tochter Hannah. Frank und Hannah hatten sich in ihrer Wohnung verbarrikadiert. Doch Essen und Wasser sind knapp. Bleiben ist keine Option. Ein empfangener Funkspruch verspricht Rettung und “Cure” – Heilung. Diese soll in Form einer Straßenblockade Nordöstlich von Manchester liegen.

    Die vermeintliche Rettung jedoch ist keine. Eine Militärstation hat den Funkspruch herausgegeben mit Hoffnung auf Frauen. Frank infiziert sich und stirbt. Schlussendlich müssen Jim, Selena und Hannah gegen die Soldaten kämpfen um zu überleben. Jim wird schwer verletzt, doch Selena und Hannah flicken ihn in einem verlassenen Spital wieder zusammen. Am Schluss scheinen sie die Einzigen Überlebenden zu sein. Die Soldaten sind Geschichte, die infizierten Menschen verhungern auf der Straße. Ist das ein Happy End oder nicht?

    Alternative Ideen
    Auf jeden Fall ist es nicht das Einzige mögliche Ende. Danny Boyle und der Drehbuchautor Alex Garland hatten nicht nur drei weitere Enden im Kopf, sondern auch zwei davon im Kasten. In der Preview-Version des Films stirbt Jim am Schluss im Spital und schließt somit den Kreis, den er mit seinem Aufwachen am Anfang des Filmes begonnen hat. Die dritte Version ist ähnlich, nur verlassen da Selena und Hannah das Krankenhaus und treten alleine und bewaffnet den Zombieherden entgegen.

    Das letzte Ende, das “das radikale Ende” genannt wurde, ist nie gedreht worden. In diesem gibt es weder eine Militärstation noch Soldaten. Dafür einen Wissenschaftler, der tatsächlich die Formel zur Rettung kennt. In diesem Ende gibt Jim sein Leben um den infizierten Frank zu retten. Doch das Ende machte laut Boyle keinen Sinn, da die Rettung durch einen Bluttransfer sehr ungläubig schien. Das Logikloch wäre zu groß gewesen.

    Die Technik
    Es ist nicht nur die eigentlich simple und doch rasante Story, die den Film ausmacht. Die absolute Besonderheit und einer der Gründe, warum mich “28 Days Later” damals wie heute immer noch so beeindrucken kann, ist die Tatsache, dass der Spielfilm fast ausschließlich mit einer DV-Kamera gefilmt wurde. Dadurch erhielten die Filmmacher mehr Bewegungs- und Manövrierfreiheit. Diese war auch dringend nötig während den stressigen Dreharbeiten.

    Das Beeindruckendste an diesem Film sind aber die Shots des verlassenen Londons. Diese waren tatsächlich nicht einfach in den Kasten zu kriegen. Der Piccadilly Circus, der Swiss Court, die Westminster Bridge, die Oxford Straße und Teile der M1 waren minutenweise von der Polizei komplett abgeriegelt worden (meistens ganz früh morgens), um die Dreharbeiten zu ermöglichen. Da blieb nicht viel Zeit für Licht- und Kamerainstallation. Für eine Szene drehte die Filmcrew sogar einen ganzen Doppeldeckerbus auf die Seite und wieder zurück – alles in etwa 20 Minuten. Jede Aufnahme musste sitzen und das mit diesen Kameras. Das erfordert viel Mut und eine ruhige Hand. Apropos ruhige Hand, ich danke Danny Boyle noch heute dafür, keinen Film mit dem “Shaky Cam” Effekt gemacht zu haben, wie “Blair Witch Project” es vor- und “Cloverfield” es nachgemacht hatte.

    Fazit
    Normalerweise würde man in einer vernünftigen Retrospektive ja auch auf die Schauspieler eingehen. Doch in Danny Boyles “28 Days Later” spielen diese nicht nur alle eine sehr große Rolle, sondern sie spielen fast keine Rolle. Lasst mich erklären: Cillian Murphy, Brendan Gleeson, Naomie Harris und Christopher Ecclestone nimmt man keinen Moment lang als Schauspieler wahr. Sie sind die traurigen Protagonisten in diesem absolut real und doch so fantastisch wirkenden Szenario. Die Performance der sehr jungen Megan Burns (Hannah) könnte man jetzt etwas bemängeln, weil bei ihr alles etwas aufgesetzt wirkt. Aber irgendwie passt es dann doch zum “Trash”-Aspekt dieses Horrorfilms.

    “28 Days Later” ist nicht nur ein überzeugender Zombiefilm. Er ist ein überzeugendes Drama, ein fantastischer Horrorfilm und absolut überzeugender dokumentarisch wirkender Thriller. Alle 10 mutierten Daumen hoch für Danny Boyles post-apokalyptisches Meisterwerk!


    The Dude Abides

    Sonstiges | 24. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Jeff Bridges

    Dieser klassisch-vulgären Bildsprache kann ich mit Worten gar nicht gerecht werden. Statt mit Kaktus zwischen den Beinen gibt es Jeff Bridges wohl bald mit Oscar in den Händen zu sehen. In “Crazy Heart” gibt es den Dude nun definitiv ab dem 18. März in den Deutschschweizer Kinos zu bestaunen.

    Foto: Terry Richardson, GQ.


    Rezension: “The Book of Eli” von Albert & Allen Hughes

    Neu im Kino, Rezensionen | 24. Februar 2010 von Nicky Schaefer

    Die Gebrüder Hughes legen einen spannenden SF-Genrefilm mit Western-Elementen vor, der irgendwo zwischen “I Am Legend”, „Mad Max“ und “Fahrenheit 451” angesiedelt ist – Denzel Washington ist darin als äusserst schlagkräftiger Held zu sehen.

    Wir schreiben das Jahr 2044. Die Menschheit hat ihre eigene Kultur selbst zerstört, viele Menschen sind aufgrund einer Naturkatastrophe erblindet. Eli (Denzel Washington) hat eine Mission: Er muss ein Buch in den Westen der ehemaligen USA bringen. In der Kleinstadt des Tyrannen Carnegie (Gary Oldman) versucht letzterer, unseren Helden für seine eigenen üblen Zwecke einzuspannen – ohne Erfolg. Da setzt er die Tochter seiner Partnerin Claudia (Jennifer Beals), Solara (Mila Kunis), auf den abgebrühten Eli an…

    Spannend und brutal
    „The Book of Eli“ ist in erster Linie ein Genrefilm, der ohne viel Kompromisse nur eins will – das Publikum unterhalten, vor allem mit viel Action und Spannung. Wer aber die Filme der Gebrüder Hughes kennt, weiss, dass auch der Anspruch bei ihnen meist nicht zu kurz kommt. Sicherlich ist ihre Verfilmung von „From Hell“ verglichen mit dem Comic nur wenig komplex, und doch geht es sowohl im Film als auch im Comic u.a. um die Ausgrenzung von Minderheiten.

    Oberflächlich betrachtet geht es nun in „The Book of Eli“ um eine gottlose Gesellschaft, in die der brutale Held etwas Gottesfurcht hineinprügeln will. Doch im Verlaufe des Films wird die Gewalt durchaus auch in Frage gestellt; und anders als in „I Am Legend“ wird nie insinuiert, die Rettung der Menschheit bestehe in der reinen religiösen Lehre.

    Liberal und generisch
    Im Gegenteil, am Schluss wird klar, dass Elis Buch nur eines von vielen ist; Elis Ziel war es von vornherein, den Missbrauch seines Buches zu verhindern. Bei diesem Buch, das Carnegie Eli abluchsen will, handelt es sich nämlich um die Bibel (bzw. genauer die King James Bible). Aber wie gesagt: Am Schluss ist es nur eines der Bücher bzw. kulturellen Werke aus der Geschichte der Menschheit, das die menschliche Kultur auch in der Zukunft repräsentieren und leiten soll.

    Nach dem verheerenden Krieg wollte sich die Menschheit von allem Religiösen trennen, alle Bibeln wurden verbrennt. Hier erinnert „The Book of Eli“, der auf einem Drehbuch von Gary Whitta basiert, an Ray Bradburys berühmten Roman „Fahrenheit 451“. Sicherlich wird „The Book of Eli“ nicht in die Filmgeschichte eingehen, dazu ist der Film – anders als François Truffauts Verfilmung von Bradburys Roman – einfach zu durchschnittlich, zu generisch. Aber als Genrefilm – gerade auch in seinen Widersprüchen – ist „The Book of Eli“ durchaus gelungen, nicht zuletzt dank den überzeugenden schauspielerischen Leistungen.

    Infos:
    „The Book of Eli“, USA 2009, 83 Min., R: Albert und Allen Hughes, D: Denzel Washington, Gary Oldman, Mila Kunis, Jennifer Beals, Malcolm McDowell, Ray Stevenson, Tom Waits, V: Ascot Elite Entertainment Group.

    Im Kino ab: 25.02.2010


    “Avatar” toppt wieder die Besucherrangliste

    Zuschauerzahlen | 24. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Szenenbild aus "Avatar"

    Sechs Wochen lang führte “Avatar” nach seiner Veröffentlichung die Liste der meistbesuchtesten Kinofilme der Deutschschweiz an, wurde aber Anfang Februar von “Sherlock Holmes” (2 Wochen) und dann “Valentine’s Day” (1 Woche) abgelöst. Am vergangenen Wochenende schaffte es James Camerons 3D-Spektakel aber wieder an die Spitze: 20′287 Zuschauer sind rund Eintausend mehr als die 19′131 von Garry Marshalls Ensemblekomödie (Platz 2).

    “Avatar” konnte zwar im Vergleich zur Vorwoche ca. 4000 Besucher weniger anlocken (-17,8%), profitiert aber davon, dass alle anderen Filme einen noch grösseren Zuschauerrückgang hinnehmen mussten: So nahmen die Anzahl Eintritte bei “Valentine’s Day” um 34%, bei “Up In The Air” um 25% und bei “Sherlock Holmes” um 26% ab. Das Zuschauertotal der Top Ten fiel gegenüber der Vorwoche um 21% auf nur noch 107′775, wohl bedingt durch die Fasnacht.

    Gleich drei Neustarts haben sich aber unter den zehn meistbesuchtesten Filme eingefunden: Clint Eastwoods “Invictus” reichte es mit 13′343 Besuchern auf Platz 5, Peter Jacksons “The Lovely Bones” mit 7340 auf Platz 7 und “Verdammnis”, dem zweiten Teil der “Millennium”-Trilogie, mit 4955 immerhin noch auf den zehnten Rang. Dagegen hatte es für Roman Polanskis “The Ghost Writer” (dem besten Film in diesem Quartett) keinen Platz mehr in der Top Ten.

    Die Neustarts dieser Woche sind ein gemischtes Pack: Rob Marshalls Musicalfilm “Nine” geht man trotz Starbesetzung besser aus dem Weg. Klüger angelegt ist das eigene Geld bei Jessica Hausners wundervollem “Lourdes” (das gilt im wörtlichen wie im übertragenen Sinne) und/oder Lone Scherfigs “An Education” mit der bezaubernden Carey Mulligan, die am Sonntag für ihre Rolle in diesem Film einen BAFTA-Filmpreis gewann.

    Hier noch das vergangene Deutschschweizer Kinowochenende im Gesamtüberblick:

    Deutschschweiz Woche 8: Do 18.2.2010 - So 21.2.2010
    Filmtitel Screens Besucher
    1. “Avatar” 29 20287
    2. “Valentine’s Day” 41 19131
    3. “Up In The Air” 33 14790
    4. “Sherlock Holmes” 43 13343
    5. “Invictus” 19 8818
    6. “It’s Complicated” 33 7349
    7. “The Lovely Bones” 28 7340
    8. “Percy Jackson & the Lightning Thief” 52 5913
    9. “The Wolfman” 32 5849
    10. “Verdammnis” 15 4955
    Totale Zuschauerzahl (Top 10) Deutschschweiz: 107′775

    Zahlen: SFV.


    Rezension: “Nine” von Rob Marshall

    Neu im Kino, Rezensionen | 23. Februar 2010 von Nicky Schaefer

    Routinier Rob Marshall inszeniert einen Film nach einem Broadway-Musical, das wiederum auf Fellinis Klassiker „Otto e mezzo“ basiert – das Resultat langweilt und ist zumindest aus cinephiler Sicht ein Affront.

    Italien in den 60er Jahren. Guido Contini (Daniel Day-Lewis), berühmter italienischer Regisseur, hat alles: Die Frauen (Penelope Cruz, Kate Hudson, Nicole Kidman, Marion Cotillard u.a.) reissen sich um ihn, und sowohl Kritik als auch Publikum sind von seinen bahnbrechenden Filmen begeistert. Doch Maestro Contini hadert mit sich selbst, mit seiner Arbeit – und mit seinen Frauen. Und dann ist da natürlich noch seine Mutter (Sophia Loren) – und die Kirche…

    Absurd
    Wem dieser Plot bekannt vorkommt, liegt nicht falsch. „Nine“ basiert auf einem Broadway-Musical, das wiederum auf Federico Fellinis Meisterwerk „Otto e mezzo“ (1963) fusst. Nun ist ja schon die Idee, aus diesem Film ein Musical zu machen, völlig absurd. Mindestens so abwegig ist es aber, aus diesem Werk wieder einen Film zu machen – vollgepackt mit Klischees, mit viel Tanz und Musik – aber im Grunde genommen todlangweilig. Das Divenensemble des Films ist ungefähr so sympathisch wie eine zusammengekaufte Starequipe im Fussball – und genauso wenig teamfähig.

    Accept the Mystery
    Rob Marshall mag als Routinier noch durchgehen, Filme wie „Chicago“ (bezeichnenderweise ebenfalls ein Musical) und „Memoirs of a Geisha“ sprechen eine deutliche Sprache. Filmische Qualitäten hat „Nine“ aber kaum, spielen sich Guido Continis träumerische Vorstellungen vornehmlich auf einer Musikbühne ab. Dass Penélope Cruz nun bei „Nine“ mit von der Partie ist, verwundert ja nicht – schliesslich ist die spanische Actrice immer wieder in wirklich abgrundtief schlechten Filmen wie etwa „Woman on Top“ zu sehen. Was aber Daniel Day-Lewis – und dann erst noch als Hauptdarsteller – in diesem Machwerk verloren hat, muss schleierhaft bleiben. „Accept the mystery“, um aus dem aktuellen Meisterwerk der Coen Brothers zu zitieren.

    Italien als Museum
    Mit Fergie von den Black Eyed Peas als Saraghina schiesst das Casting aber den Vogel ab – diese Figur wird so praktisch in ihr Gegenteil verkehrt. Obwohl der leider verstorbene Italo-Brite und nicht untalentierte Anthony Minghella das Drehbuch mitverfasst hat – auch er schafft es nicht, Spannung reinzubringen. Kein Wunder, denn „Otto e mezzo“ erzählt eben keine Geschichte im konventionellen Sinne. Und Minghella ist in Sachen Italo-Klischees nicht ganz unbelastet – auch in „The Talented Mr. Ripley“ wurde Italien lediglich als exotische Kulisse missbraucht. Kein Wunder also, wenn Italiener in „Nine“ nur in kleinen Nebenrollen zu sehen sind. „Nine“ ist dabei notabene eine amerikanisch-italienische-Koproduktion – verwandelt Berluconi Italien in ein Museum?

    Bewertung: 1 Stern (furchbar)

    Infos:
    „Nine“, USA/Italien 2009, 118 Min., R: Rob Marshall, D: Daniel Day-Lewis, Penélope Cruz, Nicole Kidman, Marion Cotillard, Judi Dench, Kate Hudson, Stacy „Fergie“ Ferguson, V: Ascot Elite Entertainment Group.

    Im Kino ab: 25.02.2010


    Verlosung: cineast.ch hat Geburtstag

    Cineast.ch | 23. Februar 2010 von Lory Roebuck

    Happy Birthday

    Heute vor genau einem Jahr wurde cineast.ch als Internetportal für Schweizer Kinoliebhaber aktiv. Der allererste Beitrag, den ich  am 23. Februar 2009 für cineast.ch angelegt hatte, war über die Oscargewinner 2009 gewesen. Das Archiv dieser Seite reicht etwas weiter zurück, weil ich dort noch meine früheren Beiträge von Zündstoff und x-realms.net gesichert habe.

    cineast.ch hat sich im Verlauf des Jahres sehr zu meiner Zufriedenheit entwickelt. Zu Beginn rechnete ich damit, pro Woche eine Filmbesprechung und vielleicht noch zwei drei kleinere Artikel aufzuschalten, dank der Hilfe eines zuverlässigen Autorenteams gelangen uns aber mehrere Updates pro Tag und Rezensionen der meisten wichtigen Kinostarts.

    Erfreulicherweise hat die Leserschaft von cineast.ch kontinuierlich zugenommen. Besuchten im März 2009 täglich etwa zwanzig bis dreissig Internetuser die Seite, stieg diese Zahl jeden Monat (und vor allem im Zuge der diversen Schweizer Filmfestivals) signifikant an und steht aktuell ungefähr bei 500 Lesern pro Tag.

    Zur Feier unseres erste Geburtstages möchte ich eine (selbstgesponserte) DVD des tollen australischen Animationsfilms “Mary and Max” von Adam Elliott verlosen – und zwar unter allen Teilnehmern, die mir in einer kurzen E-Mail schreiben, was euch an cineast.ch gefällt und wo ihr noch Verbesserungspotential ausmacht.

    Sende eine Email an die Redaktion von cineast.ch

    Benutzt dazu bitte obige E-Mailadresse. Eure Anregungen müssen nicht als Roman oder Aufsatz formuliert sein, zwei bis drei Stichworte würden schon genügen. Unabhängig ihres Inhalts nehmen alle eingehenden Mails an der Verlosung teil. Teilnahmeberechtigt sind Personen mit einer Anschrift in der Schweiz (auch Geschäftsadresse).

    DVD "Mary and Max"

    Teilnahmeschluss ist am Freitag, 5. März. Information, den Trailer und unsere Rezension zu “Mary and Max” findet ihr in unserer Filmdatenbank.


    Rezension: “Bödälä – Dance The Rhythm” von Gita Gsell

    Neu im Kino, Rezensionen | 22. Februar 2010 von Nicky Schaefer

    Swissness ist Trumpf in Gitta Gsells spannender, aber dramaturgisch etwas unausgewogener Dokumentation über verschiedene Stampf-Tänze von Tap bis zum urchigen Bödele.

    Abgesehen vom Stampfen, vom perkussiven Tanzen, hat der kompetitive Irish Dance mit dem Bödelen, wie es in ländlichen Gebieten der Deutschschweiz gepflegt wird, nur wenig zu tun. Und doch vergleicht Gitta Gsell in ihrem Dokumentarfilm “Bödälä – Dance the Rhythm” diese (und andere) verschiedenen Welten. In beiden Fällen fragt sie Interviewpartner nach der Tradition – das Bödele sei aus Frankreich gekommen; der heutige kompetitive Irish Dance habe nur noch wenig zu tun mit den ursprünglichen Traditionen, meint ein Funktionär, jede Tradition sei zudem einmal neu gewesen und verändere sich stetig.

    Starke Frauen
    Wirklich im Zentrum von “Bödälä” stehen aber einige Tänzerinnen aus der Schweiz – die eine widmet sich dem traditionellen Bödele, übernimmt darin aber den Part des Mannes (Frauen dürfen traditionellerweise nicht bödelen), eine andere hat sich lange mit dem Flamenco auseinandergesetzt, sich dann aber entschlossen, etwas ganz eigenes zu machen – dazu hat sie eigens einen akustischen Boden namens Xala entwickelt. Eine dritte hat sich ganz dem Irish Dance verschrieben, zusammen mit ihrer norwegisch-schweizerischen Trainerin schafft sie es gar an die WM in Belfast.

    Réduit-Mentalität
    Dort aber kommt sie an ihre Grenzen – es ist naturgemäss einfacher, in der kleinräumigen Schweiz zu bestehen als bei einem weltweiten Wettbewerb. Hier stellt sich die Frage, ob dies nicht eine Version der Réduit-Mentalität ist, die hier zum Ausdruck kommt. In letzter Zeit wird in Deutschschweizer Dokumentarfilmen immer wieder eine heile helvetische Kulturwelt beschworen, die zwar offen ist für Einflüsse aus aller Welt, sich aber an einen überkommenen Traditionsbegriff klammert.

    Schwache Dramaturgie
    Problematischer aber ist noch, das der Film wenig Wert auf Analyse und Dramaturgie legt. Empfohlen werden muss der Film also allen, die sich explizit für diese Tanzrichtungen interessieren, allen anderen muss aber vom Kinobesuch abgeraten werden. Das soll – bei aller Kritik – aber nicht heissen, dass der Film an sich misslungen ist. Trotz ideologischen und dramaturgischen Mängeln legt Gitta Gsell mit “Bödälä” einen durchaus ansprechenden Dokumentarfilm vor, in dem die Tanzenden und andere Beteiligte im Zentrum stehen.

    Infos:
    “Bödälä – Dance the Rhythm”, CH 2010, 78 Min., R: Gitta Gsell, V: Columbus Film.

    Im Kino ab: 25.02.2010