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    Rezension: “Baba’s Song” von Wolfgang Panzer

    Neu im Kino, Rezensionen | 17. August 2009 von Nicky Schaefer

    Rezension: "Baba's Song" von Wolfgang Panzer

    Wolfgang Panzers neuer Film ist ein zwar gut gemeintes, aber sehr schlecht gemachtes neokolonialistisches Märchen über einen AIDS-Waisen, der bei einer schwarz-weissen Familie Unterschlupf findet.

    Der 10-jährige, traumatisierte AIDS-Waise Baba aus Malawi lebt in einem von einem unwirschen Schweizer geführten Waisenhaus. Er bricht aber aus – und lernt den 11-jährigen und sehr geschwätzigen Joe, einen Flüchtling aus Liberia, kennen. Dass Baba selber nicht spricht, scheint den umtriebigen Joe nicht zu stören. Mit kleinen Diebstählen und Auftritten als Strassenmusiker schlagen sich die zwei durch.

    Gut gemeint, schlecht gemacht
    Das Gegenteil von “gut” sei ja “gut gemeint”, heisst es. Aber das Problem von “Baba’s Song” ist nicht so sehr, dass es sich um ein “message movie” handelt. Im Gegenteil: “Baba’s Song” hat gar keine Botschaft, oder wenn er eine hat, dann ist sie sehr gut versteckt. Der Film ist schlicht und einfach unprofessionell gemacht, und das betrifft nicht nur die Schauspieler und die Regie, sondern eben auch das Drehbuch. Es ist unverständlich, wie Ruth Waldbuger dieses amateurhaft gemachte Werk produzieren konnte.

    An Schülerfilm gemahnender Sozialkitsch
    In Nebenrollen sind Gilles Tschudi und Franka Potente zu sehen. Wahrscheinlich wollten die zwei (Cervelat-)Promis mit diesem Film ihr schlechtes Gewissen dem armen, aber doch so reichen Kontinent Afrika gegenüber beruhigen. Musikalisch bietet “Baba’s Song” selbstverständlich nur “handgemachte” Musik – das urbane, elektronische Afrika darf sich hier nicht äussern. Im Grunde genommen ist das einfach nur filmischer Kolonialismus. Doch schlimmer noch: “Baba’s Song” ist so schlecht gemacht, dass es doch verwundern muss, das der Film vom selben Regisseur stammt wie “Broken Silence”.

    Zahlreiche Ungereimtheiten
    Am Schluss findet Baba bei einer schwarz-weissen Familie Unterschlupf – oder ist es eigentlich die Kolonie einer Weissen, die in Afrika die Einheimischen beglückt? Das bleibt unklar. Ebenso seltsam erscheinen die zwei deutschen Frauen, die im Waisenhaus den süssen Baba adoptieren wollen. Ist es ein lesbisches Pärchen, das so einfach zu einem Kind kommen will? Am Schluss sehen wir Baba, wie er den ebenfalls AIDS-kranken Joe in einer Schubkarre davonschiebt. Und dies, nachdem die zwei Frauen auf Baba verzichtet haben. Der Film lässt einen am Schluss wirklich ratlos – aber nur, weil der Film so schlecht gemacht ist, weil das Drehbuch so unausgegoren ist.

    Bewertung: 1 Stern ("furchtbar")

    Infos:
    “Baba’s Song”, Schweiz 2009, 104 Min., R: Wolfgang Panzer, D: Sila Bakali, Joseph Panfo, Franka Potente, Sabina Schneebeli, Gilles Tschudi.

    Im Kino ab: 20.08.2009

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