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    ZFF ‘09: “Gigante” von Adrían Biniez

    Filmfestivals, Rezensionen | 1. Oktober 2009 von Lory Roebuck

    ZFF '09: "Gigante" von Adrían Biniez

    Trotz dünner Story gelingt Adrían Biniez eine stille romantische Komödie mit einer sympathischen Hauptfigur. Sein Film läuft am Zurich Film Festival im internationalen Spielfilmwettbewerb.

    Der Sicherheitsbeamte Jara (Horacio Camandule) überwacht jede Nacht vor seinen Monitoren den riesigen Supermarkt. Der Heavy Metal-Fan ist ein schüchterner Einzelgänger, der seine Arbeit gleichgültig und wortkarg verrichtet. Eines Nachts erblickt er auf dem Monitor aber die schöne Putzfrau Julia (Leonor Svarcas), die gerade einen Flur im Laden schruppt. Julia ist allerdings etwas ungeschickt und handelt sich deswegen immer wieder Ärger mit ihrem Aufseher ein - was Jara natürlich gar nicht passt. Immer stärker heftet er sich deshalb unbemerkt an Julias Fersen, um sie vor allfälligen Schwierigkeiten zu bewahren und um ihre Interessen kennenzulernen. Jara bringt aber den Mut nicht auf, seine Angebetete anzusprechen. Und als Julia eines Tages gekündigt wird, scheint seine Chance verflossen zu sein.

    Stille Komödie
    “Gigante” von Adrían Biniez wurde an der diesjährigen Berlinale mit drei Preisen bedacht, u.a. mit dem Silbernen Bären der Grossen Jury und mit der Auszeichnung für das beste Spielfilmdebüt. Der Film ist eine nette Komödie um einen Einzelgänger, der aus seinem unaufgeregten Leben gerissen wird, als er sich - im wahrsten Sinne des Wortes - in eine Putzfrau auf dem Überwachungsmonitor verguckt. Dass Jara die schöne Julia dann unbemerkt beobachtet und ihr nachstellt hätte auch den Stoff eines Thrillers ausmachen können, doch Biniez kreiert daraus stattdessen eine ganz stille Komödie mit viel Situationskomik.

    Unbemerkter Schutzengel
    Dass “Gigante” gut unterhält ist auch der sympathischen Hauptfigur zu verdanken, die Biniez erschaffen hat: Jara ist ein scheuer Aussenseiter, dessen Herz in etwa so gross ist wie seine Körpermasse. Er ist eine einfache Identifikationsfigur, und weil er Julia auch vor ihrem fiesen Chef schützt, empfindet man ihn eher als Schutzengel denn als Creep. Jaras Odyssee, auf der er nach und nach merkt, dass Julia und er viele Gemeinsamkeiten teilen, hält einige herzhafte Lacher parat, doch Biniez Story ist gesamthaft gesehen doch etwas dünn und sehr konventionell umgesetzt. So hat “Gigante” nicht wirklich mehr zu bieten, als einen kurzen, vergnüglichen Zeitvertreib.

    Infos:
    “Gigante”, Uruguay/Argentinien/Deutschland/Holland 2009, 84 Min., R: Adrían Biniez, D: Horcia Camandule, Leonor Svarcas.

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