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    Rezension: “Soul Kitchen” von Fatih Akin

    Neu im Kino, Rezensionen | 21. Dezember 2009 von Nicky Schaefer

    Rezension: "Soul Kitchen" von Fatih Akin

    Eine luftig-leichte Hamburger Komödie von Fatih Akin, mit viel Soul, aber auch anderen musikalischen Köstlichkeiten von Rock bis Electronica.

    Zinos, Hamburger mit hellenischen Wurzeln, ist vom Pech verfolgt: erst verlässt ihn seine Freundin Nadine, dann ruiniert er sich die Bandscheibe. Da engagiert er den Spitzenkoch Shayn, worauf allerdings die Stammgäste protestieren. Zu allem Unglück taucht auch noch Zinos’ kleinkrimineller oder zumindest spielsüchtiger Bruder Ilias auf, der um Hilfe bittet. Wenigstens hat es sich herumgesprochen, dass in Zinos’ neuer “Soul Kitchen” gute Musik und ausgefallene kulinarische Köstlichkeiten locken. Aber die Gastropolizei schläft auch nicht…

    Hamburger Wurzeln
    Nach “Gegen die Wand” und “Auf der anderen Seite” sowie der Musikdoku “Crossing the Bridge” hätte man glatt vergessen können, dass Fatih Akin auch in Sachen Humor einer der ganz Grossen ist. Schon seine ersten filmischen Gehversuche liessen da einiges erwarten, und später konnte Fatih Akin mit der Liebeskomödie “Im Juli” punkten, einem wirklich witzigen Roadmovie. In “Soul Kitchen” zeigt Fatih Akin darüber hinaus auch ein weiteres Mal, wie sehr er und sein Werk in Deutschland, genauer in Hamburg verwurzelt sind.

    Kein Soul Food
    Nach einem fulminanten Start hat “Soul Kitchen” zwar einige Längen, kommt dann aber schnell wieder auf Touren. Seltsam mutet nur an, dass der Film zwar “Soul Kitchen” heisst, aber das typisch afroamerikanische “Soul Food” an keiner Stelle vorkommt. So wirkt der Film auch in musikalischer Hinsicht etwas beliebig – was aber dem Vergnügen keinen Abbruch tut. Interessant ist dabei auch, das Fatih Akin die Rolle des Ur-Hamburgers und Seemanns Sokrates mit einem türkisch-deutschen Schauspieler besetzt.

    Back to the Roots
    Wie schon in “Solino” subvertiert so Akin allzu leichte ethnische Zuschreibungen bzw. Klischees. Das mag gerade im Immigrationsdrama “Solino” etwas komisch anmuten (und nicht nur gewollt komisch), hier in “Soul Kitchen”, einer astreinen Komödie, überzeugt das aber auf jeden Fall. Auch Moritz Bleibtreu (damals in “Solino” als Italiener zu sehen) als hellenischer Deutscher weiss zu überzeugen; und Adam Bousdoukos, Hauptdarsteller und seines Zeichens Ko-Autor, ist so oder so selber griechischstämmiger Deutscher. “Soul Kitchen” ist dabei nicht nur für Bousdoukos, der schon in Akins Début “kurz und schmerzlos” zu sehen war, eine Rückkehr zu den Wurzeln.

    Infos:
    “Soul Kitchen”, Deutschland 2009, 99 Min., R: Fatih Akin, D: Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke, Pheline Roggan, Lukas Gregorowicz, Wotan Wilke Möhring, Demir Gökgöl.

    Im Kino ab: 24.12.2009

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