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    Rezension: “Sunny Hill” von Luzius Rüedi

    Neu im Kino, Rezensionen | 18. Januar 2010 von Nicky Schaefer

    Ein deutscher Film Made in Switzerland – Luzis Rüedis Film über eine Gruppe von suizidwilligen jungen Deutschen, die sich in der Schweiz das Leben nehmen wollen, irritiert mit einem Blick von aussen – und kommt teilweise auch etwas arg klischiert daher.

    Eine Gruppe von jungen Deutschen ist im Kleinbus unterwegs in die Schweizer Berge. Kennengelernt haben sie sich in einem Suizidforum auf dem Internet, nun wollen sie auf Worte Taten folgen lassen – und sich in den Bergen, wo einer der Beteiligten Zugang zu einem Ferienhäuschen hat, das Leben nehmen. Doch bald schon zeigt sich, dass Sterbetourismus leichter gesagt ist als getan…

    Deutsch
    Während andere Deutschschweizer Streifen zumindest teilweise an der grässlichen Nachsynchronisierung scheitern, umgeht Luzius Rüedi das Problem elegant – “Sunny Hill” hat im Grunde genommen gar nichts mit der Schweiz zu tun. Der Film könnte irgendwo spielen; es kommen keine Vertreter von einschlägigen Schweizer Organisationen vor – die suizidwilligen deutschen ProtagonistInnen könnten ihre Pläne ebenso gut irgendwo auf dem Land in Deutschland umsetzen. Doch gerade mit dieser Umsetzung hapert’s: die meisten wollen offenbar doch nicht so dringend sterben. Was für eine Überraschung!

    Klischiert
    Wirklich ernst ist es wohl nur der türkischstämmigen Anil, die aufgrund familieninternen Drucks verzweifelt. Anfangs wird das Klischee von der geknechteten Türkin in “Sunny Hill” dekonstruiert, nur um am Schluss doch wieder ins Zentrum zu rücken. Solche Klischees schaden dem Film – hier wäre mehr Mut zu Originalität angebracht gewesen. Sicherlich, “Sunny Hill” ist ein Erstling, nicht nur für Regisseur Rüedi, sondern auch für die Ko-AutorInnen Christian Weber und Gabriela Müller-Meixner – Potenzial für mehr ist durchaus da.

    Kulisse
    Gerade der Diskurs über ethnische Herkunft erscheint dabei als typisch deutsch. Vielleicht auch, weil solche Themen in der Schweiz meist überhaupt nicht thematisiert werden – und wenn, dann höchstens auf Stammtischniveau. Trotzdem bleibt die Frage, was “Sunny Hill” mit der Schweiz am Hut hat. Ähnlich wie in “Nur ein Sommer” dient hier die Schweiz vor allem als exotische Kulisse für ein ausländisches Publikum. Wirklich verübeln kann man das den FilmemacherInnen allerdings nicht; schliesslich ist die Deutschschweiz als Markt einfach zu klein.

    Infos:
    “Sunny Hill”
    , CH 2007, 90 Min., Regie: Luzius Rüedi , mit Maryam Zaree, Karsten Mielke, Araba Walton, Uta Kargel, Patrick Rapold, Beat Marti.

    Im Kino ab: 21.01.2010

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