Rezension: “Same Same But Different” von Buck
Neu im Kino, Rezensionen | 3. Februar 2010 von Nicky Schaefer
Detlev Buck ist zwar stilistisch auch in seinem neuen Film über die Liebesgeschichte zwischen einem Deutschen und einer Kambodschanerin fulminant, sein Film krankt aber wie der Vorgänger “Knallhart” an Klischees und Gemeinplätzen.
Ben (David Kross) ist verliebt. In den Ferien in Kambodscha, während die anderen nur Alkohol und Sex im Kopf haben, hat der junge Deutsche mehr als nur ein Auge auf die junge Prostituierte Srekyeo (Apinya Sakuljaroensuk) geworfen. Aber kann er sich diese Liebe überhaupt leisten? Gut, dass sein Bruder bei der Zeitschrift, bei der er ein Praktikum absolviert, arbeitet. So verschafft er ihm den Auftrag, einen Artikel über Hotels in Kambodscha zu schreiben – am Schluss muss sich aber Ben doch zwischen Beruf und Liebe entscheiden.
Pseudoprobleme
Anders etwa als in “Bright Star” ist aber die Liebe von Ben und Srekyeo nicht zum Scheitern verurteilt – Ben mag zwar noch jung sein und im Berufsleben noch nicht etabliert, aber irgendwie schafft er es doch immer, genug Geld für Srekyeo bzw. einen Trip nach Kambodscha aufzutreiben. Wenn also jemand im Film Probleme hat, dann die Menschen in Thailand, aber sicher nicht Ben. Der Film nach einem Drehbuch von Ruth Thoma (”Emmas Glück”) basiert auf einem autobiografischen Bericht. Aber mit dem Alltag der meisten Menschen hat “Same Same But Different” nur sehr wenig zu tun.
Exotische Kulissen
Wie schon in Bucks fulminantem vorletzten Streifen “Knallhart” scheint dieser die exotischen Kulissen nur um ihrer selbst willen zu verwenden. Zwar haben sich auch linke Politiker für “Knallhart” starkgemacht, da der Film seine Augen nicht vor den realen Problemen der ghettoisierten Menschen verschliesse. Aber in Wirklichkeit macht Buck zwar tolle, gut gemachte Filme, aber daraus ein soziales Engagement herauslesen zu wollen, ist wohl doch eher eine Art wishful thinking.
Harmlos
Was nicht heissen soll, dass Buck unethische, schlechte Filme macht. Ganz im Gegenteil: Seine Filme werfen durchaus auch Fragen auf, sind aber doch in erster Linie gute Unterhaltung. Was sonst sollte man denn auch erwarten vom Regisseur von “Männerpension” und “Hände weg von Mississippi”? Was bleibt, ist also gut gemachtes Kino, das durchaus immer wieder packt – aber sicher ist “Same Same But Different” kein grosser Wurf; verglichen mit dem Gangsterfilm “Knallhart” wirkt Bucks neuer Film sogar ziemlich harmlos. Eine wahre Geschichte mag das ja sein, aber so what?
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Infos:
“Same Same But Different”, Deutschland 2009, 109 Min., R: Detlef Buck, D: Apinya Sakuljaroensuk, David Kross, Jens Harzer, Stefan Konarske, Marie Jung, V: Filmcoopi Zürich.
Im Kino ab: 04.02.2010













= Meisterwerk








