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    Rezension: “Nanga Parbat” von Joseph Vilsmaier

    Neu im Kino, Rezensionen | 2. Februar 2010 von Nicky Schaefer

    Der Regisseur von “Comedian Harmonists” legt ein schön gemachtes Biopic über Reinhold Messner vor, das aber letztlich zu konventionell daherkommt – da hilft auch die Musik von Oscargewinner Gustavo Santaolalla am Schluss nicht.

    Die Messner-Brüder Reinhold und Günther haben eine Passion – das Bergsteigen. Schliesslich dürfen die zwei, die aus einem streng katholischen Dorf im Südtirol stammen, mit auf eine Expedition auf den berühmt-berüchtigten Nanga Parbat in Pakistan. Bald schon zeigt sich aber, dass sich der eigenwillige Stil der Brüder nicht mit dem des Chefs der Expedition, Dr. Dr. Herrligkofer, verträgt. Schliesslich trennen sich die zwei von den anderen Teilnehmern und versuchen, den Berg auf eigenen Faust zu bezwingen.

    Schöne Bilder
    Vilsmaier erzählt diese authentische Geschichte aus dem Leben Reinhold Messners in oft atemberaubend schönen Bildern, unterlegt mit der atmosphärischen Musik Gustavo Santaolallas (”Babel”). Dies alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film gerade in dramaturgischer Hinsicht nur allzu konventionell daherkommt: Vilsmaier arbeitet mit einem nicht sonderlich eleganten Voice-Over, in dem sich Reinhold Messner gegenüber seinem früheren Chef Herrligkofer rechtfertigen muss.

    Dramaturgische Mängel
    Das nimmt dem ganzen nicht zuletzt einen Teil der Spannung – schliesslich wissen wir schon von Anfang an, wie die Geschichte ausgeht. Dieses Wissen kann aber wohl – wie bei “Touching the Void” oder auch “Nordwand” – zumindest beim kletterinteressierten Publikum schon vorausgesetzt werden. Trotzdem wäre es von Vorteil gewesen, wenn Vilsmaier und sein Team sich für eine elegantere Dramaturgie entschieden hätten.

    Durchschnittlich
    Wie in “Nordwand” setzt sich der Film dabei natürlich stark von den früheren nationalistischen filmischen Erzählungen à la Dr. Fanck ab. Messner selber, der beim Film mitgearbeitet hat, wird dabei als einer porträtiert, der von Nationalismus nichts wissen will – was sicherlich gerechtfertigt ist; der Grüne Messner hat es wohl auch gar nicht nötig, entsprechendes zu erfinden. Aus einer Zusammenarbeit mit dem Routinier Vilsmaier kann aber im Grunde gar nichts anderes entstehen als ein eher durchschnittlicher Film, der Messners Leben und Werk nicht unbedingt gerecht wird – auch wenn es hier ja nur um eine frühe Episode aus seinem Leben geht.

    Infos:
    “Nanga Parbat”, Deutschland 2010, 104 Min., R: Joseph Vilsmaier, D: Florian Stetter, Andreas Tobias, Karl Markovics, Jule Ronstedt, V: Frenetic Films.

    Im Kino ab: 04.02.2010

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