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    Rezension: “Zimmer 202“ von Eric Bergkraut

    Neu im Kino, Rezensionen | 23. März 2010 von Nicky Schaefer

    Rezension: “Zimmer 202“ von Eric Bergkraut

    Eigentlich möchte Monsieur Pierre im Hotelzimmer bleiben – Eric Bergkraut verewigt den grossen Deutschschweizer Schriftsteller auf Zelluloid, mit Musik von Sophie Hunger.

    Dokumentarfilmer Eric Bergkraut hat den unterdessen fast 75-jährigen Peter Bichsel überredet, Paris zu besuchen – und dies, obwohl dieser sich sein ganzes Leben geweigert hat, die Hauptstadt der Grande Nation zu sehen. Wir sehen den ehemaligen Lehrer Peter Bichsel bei der Klassenzusammenkunft einer seiner alten Klassen – unterdessen haben bereits seine ehemaligen Eleven weisse Haare. Schliesslich im französischen Bahnhof in Basel – und in Paris, wo sich Peter Bichsel vor allem im Hotel, im Bahnhof und einer Kneipe aufhält.

    Routine
    Was also macht Peter Bichsel in Paris? Er ist immer derselbe, der in der Routine und in der Provinz lebt und seine kunstvolle Prosa somit mit dem Duktus des Authentischen adelt. Der Literaturwissenschaftler Peter von Matt kommt in „Zimmer 202“ einige Male zu Wort, er erklärt dem Laien, wie grossartig Bichsels Literatur ist. Wobei auch Bichsels witzige Aperçus, die er im Film immer wieder zum Besten gibt, zeigen, dass hier ein nach wie vor wacher Geist am Werk ist.

    Persönliches
    Dabei gibt er sicher auch ein paar durchaus wirklich persönliche Dinge preis, etwa über seine verstorbene Ehefrau oder über seinen Alltag – er beginnt jeden Tag, indem er eine Mahlzeit zubereitet. Seine verstorbene Frau vermisst er immer erst dann, wenn er nicht mehr zu Hause ist. Auch in Paris versucht er, sie telefonisch zu erreichen – natürlich im Wissen, das dies nicht mehr möglich ist. Man merkt ihm dabei den gekonnten Umgang mit den Medien an, er verhält sich vor der Kamera ungezwungen, und er freut sich dabei, wenn er an der Réception als Monsieur Pierre begrüsst wird.

    Ambivalenz
    „Zimmer 202“ wird wohl niemanden zu Bichsels Werk bekehren; wer ihn aber schon jetzt schätzt, wird auch Bergkrauts Film schätzen. Spannend ist Peter Bichsel gerade in seinen Widersprüchen – und gerade diese kommen in „Zimmer 202“ immer wieder zur Geltung. Er schaut sich in Paris die Tour de France am Fernsehen an (obwohl er sie auch live sehen könnte!), in der Schweiz geht er an ein Schwingfest – dieses Lavieren zwischen Weltläufigkeit und Provinzialismus ist es, was auch den Film des 1957 in Paris geborenen Eric Bergkraut so interessant macht.

    Infos:
    „Zimmer 202“, CH 2010, 88 Min., R: Eric Bergkraut, D: Peter Bichsel, V: Xenix.

    Im Kino ab: 25.03.2010

    Ein Kommentar zu “Rezension: “Zimmer 202“ von Eric Bergkraut”

    1. Isreal sagt:

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