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    Rezension: “Chloe” von Atom Egoyan

    Neu im Kino, Rezensionen | 15. Mai 2010 von Andreas Weber

    Rezension: "Chloe" von Atom Egoyan

    In einem vielschichtigen Erotik-Thriller erforscht Atom Egoyan die Schattenwelt der menschlichen Fantasie.

    Die Gynäkologin Catherine Stewart (Julianne Moore) spürt, wie sie sich immer mehr von ihrem erwachsen werdendem Sohn Michael (Max Thieriot) und ihrem an der Universität unterrichtenden Ehemann David (Liam Neeson) entfremdet. Ihren Mann verdächtigt sie ausserdem, sie zu betrügen. Um die Treue ihres Mannes zu testen engagiert Catherine das Luxus-Callgirl Chloe (Amanda Seyfried); diese soll David verführen. Doch lässt sich so wirklich die Wahrheit ermitteln oder schafft Catherine dadurch nicht eine ganz neue Wirklichkeit?

    Wahrheitssuche
    “Chloe” handelt von Wahrheitssuche im Labyrinth von (Lust-)Fantasien. Damit befindet sich der kanadische Regisseur Atom Egoyan definitiv auf heimischem Boden, selbst wenn der Film in den USA spielt und er kein originaler Egoyan-Stoff, sondern ein Remake von Anne Fontaines “Nathalie…” (2003) ist. Zu Beginn von “Chloe” erklärt Catherine einer Patientin, was ein Orgasmus ist: ein ganz banaler, rein biologisch-physikalischer Vorgang. Im Verlauf des Films erkennt sie aber, und zeigt Egoyan dem Zuschauer exemplarisch, wie Erotik primär im Kopf abläuft. Als ein komplexes, kaum durchsichtiges Geflecht von Fantasien, Entsagungen und Erfüllungen. “Chloe” ist aber gewiss nicht als Aufklärungsunterricht gedacht, sondern spinnt diesen Ansatz gesellschaftsanalytisch weiter und lässt die Sexualität sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen auf allen Ebenen durchdringen.

    Erotik-Thriller
    Ein herkömmliches Drama ist “Chloe” definitiv nicht. Dramaturgisch ist der Film eher in Richtung Thriller ausgerichtet – allerdings haben Gewalt oder Kriminalität keinen ausgeprägten Stellenwert. Doch stets liegt eine beinahe unangenehme Spannung und das Gefühl von bevorstehendem Verhängnis in der Luft. Die Spannung aufrecht zu erhalten wissen auch die Schauspieler, die alle äusserst überzeugend und nuanciert agieren. Erfolgreich arbeitete Egoyan mit grundverschiedenen Schauspielertypen: Amanda Seyfried als Chloe spielt sehr extrovertiert und ist sich ihrer erotischen Ausstrahlung in jedem Augenblick bewusst. Im Gegensatz dazu ist Max Thieriots Spiel als der mit dem Erwachsenwerden nicht zurecht kommende Michael weit zurückhaltender – seine Figur soll schliesslich so unscheinbar wie möglich wirken. Liam Neeson gibt eine gewohnt gute Leistung ab und auch Julianne Moore weiss abermals zu überzeugen mit einer schonungslosen Darbietung ohne Berührungsängste.

    Potente Parabel
    Seine brütende Spannung bezieht “Chloe” auch von seinem im Hintergrund pulsierenden, aufwühlenden Soundtrack. Und von den kalten Bildern, die vor allem mit geschickter räumlicher Gestaltung die Entfremdung der Protagonisten äusserst effektiv darstellen. Egoyan agiert ausserdem wieder einmal gekonnt auf verschiedenen Ebenen und spielt mit den Erwartungshaltungen und der Vorstellungskraft seines Zuschauers. Dieser ist in der Rolle des Voyeurs definitiv auch ein integraler Bestandteil des Film-Konzepts. Ein Wermutstropfen ist, dass sich Egoyans Wahrheitssuche in “Chloe” etwas wie ein Experiment unter Laborbedingungen anfühlt. Dies unterstreicht auch das recht konstruiert wirkende Ende – welches allerdings ausserdem die dramaturgische Struktur wunderbar abrundet und den Film zu einer potenten Parabel macht.

    Infos:
    “Chloe”, USA, Kanada, Frankreich 2009, 96 Min., R: Atom Egoyan, D: Julianne Moore, Liam Neeson, Amanda Seyfried, Max Thieriot, V: Frenetic Films

    Im Kino ab: 13.05.2010

    3 Kommentare zu “Rezension: “Chloe” von Atom Egoyan”

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